Lewis Hamilton rechnete beim Belgien-GP in Runde 20 schon mit dem Schlimmsten, als er nach seinem Boxenstopp losfuhr und plötzlich an seinem rechten Vorderreifen mit einem Ferrari-Mechaniker kollidierte. Erinnerungen an Kimi Räikkönen beim Formel-1-Rennen in Bahrain 2018 kamen in ihm auf. Dort hatte sich ein Mechaniker bei einem Boxenstopp das Bein gebrochen.
Schnell bekam Hamilton Entwarnung, dass der Mechaniker unverletzt war. Offen blieb allerdings bis mehrere Stunden nach Rennende, ob auch das Ergebnis des WM-Zweiten in Belgien unversehrt geblieben war. Denn es lief aufgrund des Zwischenfalls noch eine Untersuchung gegen Ferrari. Die Rede war von einem Unsafe Release, also einem unsicheren Freigeben an der Box.
Ferrari bekommt Geldstrafe, Lewis Hamilton nicht
Um 18:45 Uhr gab es schließlich die Bestätigung: Lewis Hamilton darf seinen vierten Platz in Spa behalten und bekommt keine nachträgliche Zeitstrafe. Ihn treffe an dem Vorfall keine Schuld, sind die Formel-1-Stewards überzeugt und er habe zudem dadurch auch keinen sportlichen Vorteil erhalten. Vielmehr einen Nachteil, da Hamilton, der sofort abbremste, durch die entstandene Verzögerung Zeit liegen ließ.
Das Team kam aber nicht so ungeschoren davon. Die Rennkommissare verhängten eine Geldstrafe gegen die Scuderia. 30.000 Euro umfasst diese, wovon aber nur 20.000 Euro automatisch zu begleichen sind. Die restlichen 10.000 Euro werden für zwölf Monate auf Bewährung ausgesetzt. Nur falls Ferrari noch einmal einen ähnlichen Regelverstoß begeht, werden auch sie fällig. Als Begründung für die Strafe wurden Ablauf-Fehler beim Team genannt, welche die Sicherheit der Mechaniker in Gefahr gebracht hatten.
Formel-1-Regelhüter erklären: So kam es zu dem Boxenstopp-Schreckmoment
In dem Urteil ist genau aufgeschlüsselt, wie es zu dem Vorfall gekommen war. Mehrere Faktoren hatten der Ferrari-Kommunikation einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum einen, dass Hamilton direkt hinter Teamkollege Leclerc stoppte, also die Crew zwei Stopps direkt hintereinander abspulen musste, und zum anderen, dass der Rekord-Weltmeister eine 5-Strafe absitzen musste.
Diese hatte er für eine Kollision mit George Russell in Runde 1 erhalten. In diesem Artikel könnt ihr nachlesen, wie es zu dieser Strafe kam und was im Rennen von Lewis Hamilton sonst noch schief lief:
Hamilton teilte erst kurz zuvor seinem Renningenieur mit, dass er eine Winkeländerung von 0,6 Grad am Frontflügel wünscht. Diese wurde erst gleichzeitig mit der Freigabe nach dem Absitzen der Strafe an den zuständigen Mechaniker kommuniziert. Nicht informiert wurde jedoch der Super-Controller, der die Aufgabe hat, nach dem Boxenstopp das grüne Licht anzumachen.
So kam es dazu, dass dieser nach dem Reifenwechsel schon die Freigabe erteilte, gleichzeitig aber sein Kollege noch den Frontflügel umstellen wollte. Dieser sah die grüne Boxenampel nicht, sondern war mit seinem Werkzeug beschäftigt. Dadurch kam es zu dem Zusammenstoß, der glücklicherweise glimpflich endete.



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