Vor einem Jahr standen Patrick Head und Mario Theissen noch gemeinsam nebeneinander auf der Bühne und stellten den neuen FW27 vor. In diesem Jahr ist jedoch alles anders: Theissen präsentierte schon vor knapp zwei Wochen seinen neuen F1.06, Head zog erst heute mit dem FW28 nach.

Bei ihren jeweiligen Präsentationen war der ehemalige Partner natürlich eines der großen Themen. Und auch der Name Mark Webber stand bei beiden Präsentationen auf der Tagesordnung.

"Marks Leistung war im letzten Jahr nicht zufrieden stellend", sagte Theissen im Rahmen des BMW Sauber Launches in Valencia. "Das hat er selbst zugegeben. Er ist einer der Top-Qualifyer, aber er muss diese tollen Startplätze im Rennen in optimale Ergebnisse umsetzen. Wenn er das hinbekommt, dann kann er einer der Top-Fahrer in der F1 werden und genau das erwarte ich von ihm."

Patrick Head schätzt die Situation seines Nummer 1 Fahrers ähnlich ein: "Der FW27 war Anfang 2005 nicht konkurrenzfähig. Statt um Siege zu kämpfen, hatte Mark manchmal nicht die geringste Chance auf die niedrigsten Punkteplatzierungen. Das bescherte ihm eine schwierige Zeit."

Nachdem man sich mit dem Australier in der Fabrik zusammengesetzt und einige Dinge aus der Welt geschafft hatte, "wurde seine Saison gegen Ende des Jahres immer besser". Dabei betont Head, dass dieses Gespräch keine Standpauke gewesen sei. "Es war ein gutes, offenes Gespräch."

Für die Saison 2006 erhofft sich Head deshalb nur eines: "Wenn das Auto gut genug ist, dann kann er gewinnen." Eine Ansicht die Frank Williams teilt. "Er ist sehr schnell. Seine Qualifying-Runden waren im letzten Jahr wirklich beeindruckend und er ist sehr entschlossen. Wir müssen ihm einfach besseres Material als im letzten Jahr geben."

In dieser Hinsicht ist Patrick Head "zuversichtlich"; sowohl was den Cosworth-Motor angeht als auch den FW28. "Wir haben viel mehr Aerodynamik-Entwicklungen in dieses Auto gesteckt, aber es ist immer schwierig etwas vorherzusagen, wenn das Auto noch keinen Meter gefahren ist. Dennoch sehe ich der Saison optimistisch entgegen."