Auch wenn die Testsaison 2006 bereits voll im Gang ist und auch wenn es derzeit keine Einigung in punkto freiwillige Testbeschränkung unter den Formel 1-Teams gibt, sieht Honda-Teamboss Nick Fry noch eine Chance, dass die Teams doch noch eine gemeinsame Lösung finden - und zwar alle Teams, also auch Ferrari. Die Scuderia hat sich am Testlimit der letzten Saison bekanntlich nicht beteiligt.

Das Problem besteht darin, dass die Italiener nicht auf die Vorzüge der eigenen Teststrecke verzichten wollen und daher eine Beschränkung auf 30 Tage pro Saison ablehnen. Stattdessen möchte man eine Kilometerbeschränkung. Fry sagte gegenüber Autosport: "Eine Kilometerbeschränkung ist schwierig, denn wir alle arbeiten sehr hart daran, möglichst effizient zu arbeiten und die Mehrzahl der Teams verfügt natürlich über keine eigene Teststrecke. Daher müssen wir Strecken wie beispielsweise jene in Jerez aufsuchen und es wäre unglaublich ineffizient für uns, dann lediglich 150 Kilometer zurückzulegen und den Rest des Tages nicht zu nutzen."

"Wenn wir eine reine Kilometerbeschränkung haben würden, dann würden alle Teams außer Ferrari sehr ineffizient arbeiten, was ja auch wieder sehr teuer wäre - das ist also nicht ideal", sagte Nick Fry, der aber auch Ferrari verstehen kann: "Ich respektiere die Position von Ferrari, dass sie eine eigene Teststrecke haben und diese auch entsprechend nützen wollen. Daher müssen wir eine Lösung finden, die alle zufrieden stellt. Wie gesagt: Es ist nicht leicht, eine Einigung zu finden, aber wir müssen es versuchen." Und: "Zu sagen, dass die freiwillige Testbeschränkung gescheitert ist, dafür ist es noch zu früh."

Fry glaubt aber, dass auch ein Scheitern des freiwilligen Testlimits keine großen Änderungen zur Folge hätte: "Wir sind so effizient geworden. Ich zweifele daran, dass plötzlich jemand von 30 auf 60 Tage im Jahr erhöhen würde. Bei Honda zumindest gibt es keine derartigen Pläne."

Radikallösung von Andrea de Cesaris: Nur noch 50 Angestellte..., Foto: Sutton
Radikallösung von Andrea de Cesaris: Nur noch 50 Angestellte..., Foto: Sutton

Allerdings wird sich auch Honda an den Tests in Bahrain beteiligen - im Februar werden dort mindestens Honda, Ferrari und die Scuderia Toro Rosso ihre Testrunden drehen. 2005 gab es ein Abkommen, wonach keine Strecken außerhalb Europas zum Testen aufgesucht werden, um Kosten einzusparen. Bis die zehn oder elf F1-Teams eine Einigung erzielen, werden wohl schon Millionen von Euro beim Testen verpulvert worden sein. Ein krasser Gegensatz zu den Sparmaßnahmen der FIA, deren motorsportfremde Maßnahmen wie die Haltbarkeitsmotoren für den berühmten Rundengeiz an den GP-Freitagen sorgen - worunter jene Fans leiden, die für viel Geld auf den Tribünen sitzen und anstatt ihrer Lieblinge nur die Testpiloten beim Dateneinsammeln zu Gesicht bekommen.

Der frühere Formel 1- und nunmehrige Grand Prix Masters-Star Andrea de Cesaris hat im Vorjahr bei einem Treffen im Rahmen der Linzer Autogrammbörse eine radikale Lösung skizziert. Während er fleißig Autogramme schrieb, drehte er den Kopf zur Seite und sagte: "Was glaubst du, was sie machen würden, wenn sie nur noch 50 Teamangestellte haben dürfen?" Wie? Insgesamt nur noch 50 Teammitglieder? Also auch die Angestellten in der Fabrik? De Cesaris antwortete: "Ja, genau! Jedes Team darf nur noch 50 Leute einstellen, dann kannst du auch nicht so viele Testfahrten machen. Und dazu ein Budgetlimit. Dann wäre bald Schluss mit der Geldverschwendung..."