Wenn die Kollektion gut ist, dann ist auch das Team gut: Unter diesem Motto stellte das BMW Sauber Team am Vorabend des F1.06-Launch im futuristisch anmutenden Ciudad de las Artes y las Cienc, kurz CAC genannt, seine neue Fanartikel Kollektion vor.

Allerdings schien nicht nur Technikchef Willy Rampf dank des neuen V8-Motors "good vibrations" zu erleben: Auch im Veranstaltungssaal muss vor dem Beginn des Abend-Events eine Art kontinuierliche Druckwelle durch den Raum geschwappt sein.

Ob dies an der Vorfreude und Spannung lag, konnten wir trotz intensiver Bemühungen nicht in Erfahrung bringen. Aber als es um 20:28 Uhr aufgrund splitternder und zerberstender Gläser um uns herum bereits öfter 'gescheppert' und geklirrt hatte, als Sauber 2005 WM-Punkte eingefahren hat, stand für uns fest: Das Roll-Out des F1.06 konnte gar nicht mehr schief gehen. Bekanntlich sollen Scherben ja Glück bringen.

Die Stars von Valencia: Alessandra Ambrosio und der F1.06., Foto: BMW
Die Stars von Valencia: Alessandra Ambrosio und der F1.06., Foto: BMW

Für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen traf dies zu Beginn der Abendveranstaltung allerdings noch nicht zu. Deswegen musste der Moderator seine Vorstellung des Sportdirektors und nicht Teamchefs schnell ergänzen: "Hier ist der Mann, der alles über dieses F1-Programm weiß: Mario Theissen. ... Er weiß alles über dieses Programm, aber leider hat er vergessen sein Mikrofon mit auf die Bühne zu bringen."

Kurz darauf absolvierte das Team 16 Stunden vor dem Roll-Out des neuen Autos auf dem Circuit Ricardo Tormo, den ersten Ausdauertest: Die in den neuen Teamklamotten gekleideten Models legten einen wahrhaftigen Long Run von über einer halben Stunde hin. Dabei sprangen sie mehr durch die Gegend, als es der Aufhängung des neuen Boliden lieb gewesen wäre.

Hoffentlich müssen Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve in der anstehenden Saison keine ähnlich akrobatischen Leistungen vollbringen, um sich nach den Gegnern zu strecken.

Bereits hoffnungslos im Hintertreffen liegt der Kanadier beim Teaminternen Duell mit Quick Nick: Als aus den Lautsprechern in sattem Sound "BMW Sauber F1 Team Driver Collection" dröhnte, tanzten sieben Models in T-Shirts mit Nicks Logo und nur zwei mit Villeneuve-Aufschrift über den Laufsteg.

War dies nur eine Bestätigung für die späte Entscheidung über die Wahl des 2. Stammpiloten oder ein kleiner Fingerzeig auf die angeblich nicht vorhandene Nummer 1, die unterschwellig dennoch bei jedem Kommentar von Mario Theissen oder Jacques Villeneuve mitschwang.

Nichtsdestotrotz war die Stimmung bei den Beteiligten äußerst gelassen. So sprach Testfahrer Robert Kubica den größtenteils männlichen Gästen des Kollektions-Launches aus der Seele, als er die Auftritte von Alessandra Ambrosio, Christina Kruse und ihren Kolleginnen mit den Worten zusammenfasste: "Ich denke das gleiche wie alle hier."

Selbst Jacques Villeneuve hatte am hautengen Catsuit von Alessandra nichts auszusetzen; und das obwohl der Kanadier bekanntlich ein Verfechter eines ultraweiten Schlabberlooks ist.

Die gute Stimmung setzte sich auch am Dienstagmorgen fort, an dem Nick Heidfeld das Verhältnis zu seinem Teampartner als "sehr gut" bezeichnete. "Wir haben uns gestern aber auch zum ersten Mal wieder gesehen, seit wir in einem Team fahren", schmunzelte Nick in sein Mikrofon.

Sollte sein Teamboss, pardon Motorsportdirektor, Wort halten, dann dürfen sich Nick und Jacques in der kommenden Saison dank Sponsor Intel auf Onboard-Aufnahmen der besonderen Art freuen. "Als erstes werden wir in beide Cockpits Fernseher einbauen lassen", scherzte Theissen über die Vorteile der Kooperation mit dem Chip-Riesen.

Nick & Jacques und... nein, nicht Robert Kubica., Foto: BMW
Nick & Jacques und... nein, nicht Robert Kubica., Foto: BMW

Statt Mario Theissen fragte später einer unserer Kollegen Nick Heidfeld, wie lange es gedauert habe das Baby, gemeint war natürlich das BMW Sauber F1 Team, zu erschaffen. Nick legte das im Zuge der Comedy-Einlagen schmunzelnd etwas anders aus: "Also bei meinem Baby, hat es nicht länger als ein paar Minuten gedauert..."

Nicht minder lustig war Jacques Villeneuve aufgelegt, der später einen Getriebeschaden im Interimsauto hinnehmen musste. Zumindest beim C24B haben die Scherben demnach kein Glück gebracht. "The what wing?", erwiderte Jacques erschüttert auf die Frage nach dem ab 2008 geplanten CDG-Wing von Max Mosley. "The weird looking wing?"

Aber nicht nur wenn es um "seltsam aussehende Flügel" ging, gab Jacques seine Meinung zur Zukunft kund. Denn wenn er an der FIA-Macht wäre, würde er das Nachtanken verbieten.

Diesen Vorschlag scheint einer jedoch zu wörtlich genommen zu haben: Als wir am Abend nach der Präsentation den Heimweg antreten wollten, weigerte sich der Tankwagenfahrer unseres Flugzeugs partout den Flieger trotz vorliegender Genehmigung mit Passagieren an Bord zu betanken. Stattdessen sollten alle für die zwei Minuten Tankprozedur das Flugzeug wieder verlassen.

Von einer Sondergenehmigung wollte der Tankmann jedenfalls nichts wissen, möglicherweise hat aber auch kurz zuvor jemand das Reglement geändert. Nennen wir ihn exemplarisch Max. Die spanische Boxencrew schien aber ohnehin nach den Vorjahresregeln zu agieren: Schließlich wurden parallel zum Auftankvorgang keine Reifen gewechselt...