Nicht nur der TF106 ist 2006 neu: Die Saison bringt für Toyota noch mehr Neuerungen mit sich. So dürfen die Japaner als WM-Vierter des Vorjahres beispielsweise keinen dritten Piloten in den freien Trainings einsetzen.

"Den Freitagstester zu verlieren bedeutet, dass unsere Stammfahrer mehr Runden fahren müssen", zieht Technikchef Mike Gascoyne die logische Schlussfolgerung aus dem Verlust von Ricardo Zontas drittem Boliden. "Das wiederum hat einen Einfluss auf die Gesamtkilometeranzahl am gesamten Wochenende."

Chefingenieur Dieter Gass trauert dem dritten Mann aber auch noch aus einem anderen Grund nach: "Es war schön noch ein Auto zu haben, da wir so nützliche Reifentestprogramme abspulen konnten. Jetzt müssen wir auf die Erfahrung der Stammfahrer vertrauen, die damit mehr Arbeit haben werden und die Autos stärker belasten müssen."

Allerdings mussten sich die anderen Top-Teams schon im letzten Jahr mit dieser Begrenzung herumschlagen. "Keines der Top-Teams darf am Freitag ein drittes Auto einsetzen, also müssen wir uns anpassen und unter den gleichen Bedingungen wie die anderen Top-Teams antreten", betont TMG-Präsident John Howett.

Neues Jahr, neues Auto, neue Reifen

Reifentests spielen aber nicht nur an den Rennwochenenden eine wichtige Rolle für Toyota: Gerade jetzt in der Winterpause müssen sich die Japaner schnell an ihren neuen Partner Bridgestone gewöhnen.

"Wir müssen mit den neuen Technikern und Ingenieuren zusammenarbeiten und neue Arbeitsweisen bei der Einschätzung der Reifen lernen", beschreibt Richard Cregan den Anpassungsprozess. "Das Ziel bleibt aber bei jedem Reifenhersteller das gleiche: Wir möchten das Maximum aus den Reifen herausholen."

Die ersten Tests mit den Landsleuten von Bridgestone verliefen laut Gass "problemlos" und "lehrreich". "Wir haben viele Tests bestritten und konnten die Aerodynamik des Autos an die Reifen anpassen", sagt Gass.

Spannendes, aber hektisches Qualifying

Eine weitere Neuerung an die sich 2006 alle Teams anpassen müssen, ist das neue Knock-Out-Qualifying. "Das wird bestimmt spannend", freut sich Technikchef Mike Gascoyne schon jetzt auf das neue Format. "In den ersten beiden Sessions werden wir versuchen eine Zeit zu setzen und in der dritten Session werden wir so viel wie möglich fahren, um die Spritmenge herunterzubringen. Zwei Minuten vor dem Ende wird dann jeder versuchen einen schnellen Reifenwechsel durchzuführen und eine gute Runde zu fahren."

Entsprechend erwartet Gascoyne eine "ziemlich hektische" Qualifying-Stunde. "Es ist immer schwierig vorher zu wissen, wie es klappen wird. Es werden immer Autos auf der Strecke sein, was für die Fans sehr schön ist. Das Einrunden-Qualifying war im Fernsehen nicht schlecht, aber für die Zuschauer an der Strecke war es zu ruhig."