"Alle sprechen über 2007, dabei hat die Saison 2006 noch nicht einmal begonnen." Mit diesem Satz sagte Ferrari-Rückkehrer Felipe Massa genau das, was viele derzeit zu vergessen drohen. Allerdings ist damit nicht nur FIA-Präsident Max Mosley gemeint, der ohnehin schon traditionell lieber über die Regeln ab 2008 als jene des anstehenden Jahres diskutiert. Es sind auch all jene gemeint, die momentan lieber über die Zukunft von Michael Schumacher oder Valentino Rossi diskutieren, als auf die anstehende Saison 2006 zu achten.

Nichtsdestotrotz war der mehrfache MotoGP-Champion auch im Ferrari-Skilager in Madonna di Campiglio ein großes Thema. Ein Thema welches Michael Schumacher äußerst positiv aufnahm: "Er könnte F1-Fahrer werden", lautete das Fazit des Deutschen über die Wechselchancen des Yamaha-Stars.

Dennoch sieht auch Schumacher das große Fragezeichen, ob Rossi das "letzten Quentchen" besitzt um F1-Weltmeister zu werden? "Aber das muss man immer selbst herausfinden. Dafür benötigt es aber mehr Erfahrung im Auto und ich weiß nicht, ob er das möchte."

Sollte sich Rossi aber für die F1 entscheiden, sieht Schumacher für ihn alle Tore offen stehen. "Selbst Ferrari wäre glücklich ihn zu unterstützen, aber es liegt an ihm." Und ein bisschen auch an seinem neuen Yamaha-Hauptsponsor. Denn bei der Camel-Mutter JTI dürfte man nicht gerade begeistert sein Rossi in einem Marlboro-Ferrari herumsausen zu sehen, wenn er auch in einem Mild Seven Renault aus dem eigenen Hause sitzen könnte.

Schumachers neuer Teamkollege Felipe Massa, der je nach den Zukunftsplänen des siebenfachen Champions Rossi bei einem Wechsel Platz machen müsste, zweifelt jedoch an den Erfolgschancen eines Umstiegs von zwei auf vier Räder.

"Es ist schön, dass ein MotoGP-Fahrer in die F1 möchte, aber diese ist ganz anders. Man benötigt viel Erfahrung für diesen Sport und viele von uns haben schon mit 10 Jahren im Kart angefangen - das hat er nicht", bemängelte Massa. "Er ist zweifelsohne ein riesiges Talent, aber wenn er in die F1 möchte, dann benötigt er Erfahrung. Etwa ein Jahr als Testfahrer."

Michael Schumacher glaubt trotzdem an den Doktor: "Ich denke, dass er einige Kart-Erfahrung hat und als Rennfahrer hat man immer dieses Gefühl, egal ob auf zwei oder vier Rädern."

Nach seinem Ducati-MotoGP-Test im letzten Winter weiß der Ex-Champion allerdings wie schwierig der Wechsel zwischen den beiden Welten ist. "Es war richtig hart und ich könnte nicht machen, was er macht", gesteht er offen ein. "Der Wechsel von zwei auf vier Räder hat schon öfter funktioniert. Wenn jemand viel Talent hat, kann es klappen. Und Valentino hat garantiert viel Talent."