Motorsport-Magazin.com verabschiedet das Jahr mit den prägendsten Momenten der vergangenen Formel-1-Saison. Sowohl im Positiven als auch im Negativen. Im abgelaufenen Jahr ging es nicht nur auf der Strecke hoch her, sondern auch daneben. Deshalb heute: Die größten Aufreger des Jahres. Dort bekommt FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sein Fett weg. Aber nicht nur er.

Entlassungswelle, Kindergarten: FIA-Präsident unter Beschuss

Zurück im Kindergarten
von Isabelle Grasser
Als außenstehende Person konnte man fast darüber lachen, so absurd war die Situation. Formel-1-Piloten, erwachsene Männer, wurden von der FIA wie Kinder behandelt. Für ein simples Schimpfwort wurde man zu Sozialdienst verdonnert. Sonderlich lustig haben die Beteiligten das Kasperltheater nicht gefunden. Die Piloten veröffentlichten daraufhin ein Statement, das es in sich hatte. Sie forderten weniger Kindergarten und mehr Transparenz. Eine Frechheit nur, dass es daraufhin keine Besserung, sondern nur noch mehr Aufregung mit FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem gab.

Rennleiter-Rausschmiss drei Rennen vor Schluss
von Max Piehler
Niels Wittich war bei 21 von 24 Grands Prix in dieser Saison FIA-Rennleiter der Formel 1. Zwischen dem Brasilien GP und Las Vegas kam seine Entlassung wie aus heiterem Himmel. Beim Rennleiter-Job gibt es immer etwas zu meckern - wie für die Verstappen-Fans nach den VSC-Entscheidungen Wittichs im Sprintrennen von Sao Paulo. Das Vorgehen des Rennleiters hatte den McLaren-Fahrern an der Spitze gerade noch den Platztausch ermöglicht. Rechtfertigt allerdings diese Kritik die urplötzliche Entlassung im vollen Rennbetrieb? Die Entscheidung der FIA können nur wenige nachvollziehen.

Danner: Skandalös! Eine fatale Fehlentscheidung der FIA! (16:17 Min.)

Immer Ärger mit den Formel-1-Teams

Petz-WM von McLaren und Red Bull
von Markus Steinrisser
Sie wollten sich so, so sehr etwas anhängen, und sind effektiv gescheitert. Mit zunehmend abstrusen Vorwürfen. Flexi-Flügel vorne, Flexi-Flügel hinten, unter Parc ferme verstellbarer Unterboden, Wasser im Reifen. Ach ja, und noch der Unterboden-Schutz, aber den wollte angeblich Red Bull "nur" Ferrari und Mercedes anhängen. Angeblich. Wie immer in der Formel 1 halten sich Teams bedeckt, was die Auswirkungen waren - aber die FIA kam im Spätherbst und hielt nach Ermittlungen fest: Hier wurde sehr Kaltes sehr heiß gekocht. Mein Liebling waren glaube ich McLarens angebliche Wasserreifen. Die Theorie, dass in der Box - voll mit FIA- und Pirelli-Leuten - heimlich Flüssigkeiten in die Reifen gepumpt werden. Übrigens nie bewiesen, und die letzten Rennen unter dem FIA-Mikroskop zeigten danach auch keine Änderung im Kräfteverhältnis.

Neues Team, nein dan… Willkommen in der Formel 1
von Florian Niedermair
War das wirklich nötig, liebe Formel 1? Im Januar wurde Andretti noch mit fadenscheinigen Argumenten als elftes Team abgewiesen, im November durfte die fast identische Truppe dann plötzlich doch in die Königsklasse. Geändert hat sich dazwischen nur der Name und die Führung. Ansonsten handelt es sich bei Cadillac um dasselbe Projekt, das zehn Monate und eine Kartellrecht-Untersuchung zuvor noch in einer Bekanntgabe literarisch geteert und gefedert wurde. So kann man auch negative Publicity erzeugen. Immerhin: Jetzt haben die F1-Fans, was sie wollen: 2 Autos mehr ab 2026 und damit hoffentlich zehn Prozent mehr Action.

Adrian Newey verlässt Red Bull
von Tobias Mühlbauer
Red Bull hatte dieses Jahr einige Wogen zu glätten. Die Affäre um Christian Horner, konzerninterne Machtkämpfe und dann ging das Auto auf einmal auch nicht mehr so, wie gewohnt. Mittlerweile scheint wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt, doch zu einem großen Preis. Einem haben diese Unruhen überhaupt nicht gefallen: Adrian Newey. Das Technik-Genie machte die Biege. So sehr Red Bull die verbleibende Truppe um Pierre Wache starkredet, so sehr glaube ich, dass dieser Verlust ebenso schwer wiegt, wie wenn Max Verstappen im Zuge des teaminternen Streits doch zu Mercedes gegangen wäre.

Hamilton-Wechsel sorgt für Aufregung

Lewis Hamilton wechselt zu Ferrari!
von Louis Budweg
Mittlerweile ist die Bekanntgabe des Hamilton-Wechsels zu Ferrari fast ein Jahr her. Und doch ist sie immer noch in allen Köpfen erhalten geblieben. Zumindest in meinem, ich weiß noch ganz genau, wo ich war, als ich das erste Mal davon gehört habe, so riesig war der Aufreger, der die ganze Sport-Welt für einige Tage in Atem hielt. Denn niemand hat mehr damit gerechnet! So oft gab es Gerüchte rund um diesen Wechsel. Nie bewahrheiteten sie sich. Warum sollte dann ein fast 40-jähriger Hamilton diesen Schritt wagen? Fest steht: Er hat es gewagt und damit die Welt kurz auf den Kopf gestellt.

Sensationswechsel zu Ferrari - Unfair?
von Henrik Liehmann
Lewis Hamiltons Ferrari-Wechsel ließ wohl jedes Fan-Herz höherschlagen. Die Konsequenzen, die damit für Carlos Sainz einhergingen, waren jedoch die Kehrseite. Oft fuhr der Spanier auf Leclerc-Niveau, an manchen Wochenenden sogar darüber. Sainz hätte es verdient, bei der Scuderia zu bleiben oder bei einem Top-Team unterzukommen. Es ist schwer mitanzusehen, wie jemand, der auf einem phänomenalen Level fährt, vor die Tür gesetzt wird und beim vorletzten Team der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft unterkommt.

Was waren für Formel-1-Reporterlegende Roger Benoit die größten Aufreger der Saison? In unserem traditionellen Abschluss-Video nach Abu Dhabi stand uns der Schweizer Rede und Antwort.

Rogers F1-Bilanz 2024: Norris ist kein Weltmeister-Material! (57:37 Min.)