Was macht ein Weltmeisterteam im November? Selbstverständlich arbeitet es - am nächstjährigen Fahrzeug. Doch manchmal gibt es auch etwas zu feiern. Beim jährlichen "World Motorsport Symposium", das derzeit im Londoner Royal Airforce Museum abgehalten wird, wurde Renault-Techniker Dino Toso zum "Aerodynamiker des Jahres" gewählt. Toso erklärte: "Es ist ein Privileg, diesen Preis zu erhalten, doch damit wird auch die Arbeit von einer Gruppe von jungen und extrem talentierten Technikern, gewürdigt." Derzeit läuft der Windkanal auf vollen Touren - das Feintuning für den neuen R26 steht an...
Während das Rennteam die Zeit zum Relaxen nützt, wird das Testteam der Franzosen ab 30. November wieder voll im Einsatz sein. Die Franzosen werden in Barcelona und Jerez mit einem R25 und einem RS25-V10 antreten - dieser soll bereits nach 2006er-Regelwerk gedrosselt zum Einsatz kommen, um bei den von Franck Montagny und Heikki Kovalainen durchgeführten Reifentests für Michelin bereits die Power-Levels für die Saison 2006 simulieren zu können. Der V8-Motor, RS26 genannt, wird im Januar sein Streckendebüt geben.
Bei den Tests werden auch einige Youngsters zum Einsatz kommen: Der Pole Robert Kubica, Gesamtsieger der diesjährigen World Series by Renault, und der Sieger der Renault V6-Serie des Jahres 2004, Giorgio Mondini, werden erstmals in einem Formel 1-Boliden sitzen. Die Einsatzpiloten Giancarlo Fisichella und Weltmeister Fernando Alonso werden jeweils nur einen Tag im Auto sitzen, um einen ersten Vorgeschmack auf die PS-Levels der kommenden Saison zu erhalten. Technikdirektor Rob Bell erklärt: "Alle sind schon richtig heiß darauf, wieder auf die Strecke zu fahren. Wir wollen genau dort weitermachen, wo wir am Sonntag in Shanghai aufgehört haben."
Lob und Gratulationen gab es auch von Jean Pierre Jabouille, der in der Turbo-Ära im Jahr 1979 den ersten Sieg für Renault eingefahren hat. Es habe sich viel geändert in der Formel 1, sagte Jabouille. "Es gibt zwei große Unterschiede zu meiner Zeit - im Bereich der Sicherheit und im Bereich der Technik. Unsere Beine lagen noch vor der Vorderradaufhängung und die Leitplanken standen nur 50 Zentimeter von der Strecke entfernt. Wenn du da ein Problem hattest, konnte es schnell sehr ernst werden. Heute ist der Sport immer noch gefährlich - aber die Sicherheit wurde auf unglaubliche Art und Weise verbessert. Die Fahrer haben einen völlig anderen Zugang zu ihrer Arbeit - sie finden das Limit binnen zweier Runden und ein Abflug hat keine wirklich ernsten Konsequenzen. Die Autos und die Strecken sind Lichtjahre von dem entfernt, was wir damals hatten..."

diese Formel 1 Nachricht