Mentale Gesundheit findet auch in der Formel 1 immer mehr Präsenz. Ein Thema, über das im Spitzensport selten gesprochen wird, nun aber in den Königsklasse des Motorsports etwa im Falle McLaren und dessen Zusammenarbeit mit Mind vermehrt diskutiert wird.

Nun meldete sich auch Mercedes-Pilot Lewis Hamilton zu Wort. In seiner Instagram-Story gestand sich Lewis Hamilton ein, selbst unter mentalen und psychischen Problemen gelitten zu haben. Der Rekordweltmeister richtet sich mit ermutigenden Worten an alle, die mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Lewis Hamilton: 'Es ist okay, sich so zu fühlen'

Lewis Hamilton ist bekannt dafür, mit seiner Präsenz in der Formel 1 Aufmerksamkeit für soziale Themen zu schaffen. So zum Beispiel für gleiche Chancen für Männer und Frauen im Motorsport. Nun wendete sich der Brite auch mit einem Problem an die Öffentlichkeit, das ihn auch persönlich betraf.

"Es war schon so ein hartes Jahr mit allem, das um uns herum passiert. Es ist an einigen Tagen hart, positiv zu bleiben. Ich habe mental und emotional für eine lange Zeit zu kämpfen gehabt", lässt Hamilton auf Social Media durchblicken, ohne konkrete Faktoren zu benennen.

Ein Zusammenhang mit der vergangenen Saison, in der er über die ganze Saison gegen Red-Bull-Pilot Max Verstappen um die Weltmeisterschaft kämpfte, den Titel in der letzten Runde der Saison jedoch auf dramatische Art und Weise verlor, lässt sich nur vermuten. Hinzukommen Einflüsse wie die sich dauerhaft veränderte Situation rund um das Coronavirus.

"Weiterzumachen ist ein Aufwand, aber wir müssen weiterkämpfen. Wir haben so viel zu tun und zu erreichen", richtet Hamilton ermutigende Worte an all jene, die ähnliche Probleme durchmachen. "Ich schreibe das, um euch zu zeigen, dass es okay ist, sich so zu fühlen. Einfach, um zu wissen, dass du nicht alleine bist und wir da durchkommen!"

Gerhard Berger: Da denk ich: Der bringt mich jetzt um!: (01:27:07)

Nach seiner späten Niederlage Ende des vergangenen Jahres tauchte Hamilton unter und sorgte damit für viel Aufregung. Jegliche Postings über die Winterpause blieben aus. Sein Ritterschlag durch Prinz Charles auf Schloss Windsor blieb dabei sein einziger öffentlicher Auftritt. Auch über ein abruptes Karriereende des Briten wurde spekuliert, zumal Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem umstrittenen Saisonfinale in Abu Dhabi davon sprach, dass er ein Formel-1-Piloten nicht ausschließen könne.

Dazu kam es schließlich aber nicht und Lewis Hamilton meldete sich in den sozialen Medien zurück. "Ich war weg, jetzt bin ich zurück", war der Wortlaut Hamiltons unter einem Foto, das ihn vor dem Grand Canyon zeigte. Jetzt schrieb Hamilton, dass ihn ein Freund bei seinen mentalen Problemen unterstützt habe.

"Ein Freund hat mich daran erinnert, dass du so stark bist und dass du alles machen kannst, was du dir vornimmst", so Hamilton. "Erinnern wir uns daran, für jeden weiteren anbrechenden Tag in Dankbarkeit zu leben. Ich sende dir Liebe und Licht."

McLaren schaffte Bewusstsein für mentale Gesundheit

McLaren ließ seine Piloten im Zuge einer Mind-Spendenaktion Helme designen -
McLaren ließ seine Piloten im Zuge einer Mind-Spendenaktion Helme designen -Foto: LAT Images

Lewis Hamilton ist damit aber nicht der erste, der versucht, mentale Gesundheit zu einem präsenteren Thema im Motorsport zu machen. 2020 startete McLaren zum Beispiel im Zusammenhang mit der Formel-1-Kampagne '#WeRaceAsOne' eine Zusammenarbeit mit 'Mind', einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich dem psychischen Wohlbefinden gewidmet hat. In dieser Zusammenarbeit konnten bereits mehrere hunderttausend britische Pfund an Spenden gesammelt werden.

Auch McLaren-Pilot und Hamilton-Landsmann Lando Norris äußerte sich Ende 2020 zu seiner mentalen Verfassung und gab zu, in seiner ersten Formel-1-Saison 2019 mit nach außen hin zwar stark gewirkt, aber mit Ängsten gekämpft zu haben. Schwächen, die in der Formel 1 auch gegenüber der Konkurrenz nur ungern offenbart werden.