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Formel 1

Kurios: Sainz gibt Position an falschen McLaren-Fahrer zurück

Die Formel 1 ist immer wieder für kuriose Szenen gut. In Austin verliert Sainz zwei Plätze, weil er seine Position zuvor für den falschen Fahrer aufgab.
von Christian Menath

Carlos Sainz stand beim US GP in Austin gleich mehrfach im Mittelpunkt. Seine Zweikämpfe gegen die McLaren-Piloten sorgten für jede Menge Action. Schon in der ersten Runde ging es richtig zur Sache für den Vettel-Nachfolger bei Ferrari.

Nach dem Qualifying ärgerte sich Ferrari, dass sich Sainz auf den Soft-Reifen qualifiziert hatte. Neben Yuki Tsunoda war Sainz der einzige Pilot, der das Rennen auf Softs startete. Immerhin beim Sprint zu Kurve eins hätte der weiche Pirelli-Kleber ein Vorteil sein sollen, doch Sainz verlor eine Position von der Linie weg.

Mit einem spektakulären Überholmanöver im Kurvengeschlängel des ersten Sektors holte er sich Platz fünf gegen Daniel Ricciardo wieder zurück. Auf der langen Geraden musste sich Sainz aber gleich gegen beide McLaren wehren - und es wurde kurios.

Ricciardo hing die gesamte Gerade über im Getriebe des Ferrari-Piloten. Von hinten kam aber auch noch Lando Norris im zweiten McLaren. Der Brite ging beim Anbremsen auf die Haarnadel auf die Innenbahn und bremste später als alle anderen.

Sainz gibt Position freiwillig auf

"Ich bin dann weit gegangen, um Lando etwas Platz zu geben", rechtfertigt Sainz seine Fahrt durch die asphaltierte Auslaufzone am Kurvenausgang. Vom Gas ging der Spanier aber nicht, er behielt die Position. Bis Kurve 15. "Da habe ich die Entscheidung getroffen, Lando vorbeizulassen, um keine Strafe zu bekommen", so Sainz.

Der Ferrari-Pilot ging in der Dreifach-Rechts etwas vom Gas und ließ den McLaren innen passieren. Das Problem: Nicht Norris, sondern Ricciardo ging vorbei. Denn die Reihenfolge der McLaren-Piloten hatte sich bis dahin geändert.

Sainz hatte seine Position aber gegen Norris verteidigt, indem er von der Strecke gefahren war. Die Rennleitung schaute sich die Szenen deshalb genauer an. Nach längeren Diskussionen mit dem Ferrari-Kommandostand entschied Rennleiter Michael Masi schließlich, dass Sainz auch noch Norris vorbeilassen muss.

"Ich habe doch schon Ricciardo vorbeigelassen", versuchte sich Sainz am Funk noch gegen den Platztausch zu wehren. In Runde acht war es dann soweit: Der Spanier ließ seinen ehemaligen Teamkollegen im ersten Sektor passieren.

Sainz raffiniert: Norris nur kurz vorbei

Lange währte die Freude bei McLaren aber nicht: Sainz ließ Norris vor dem DRS-Messpunkt vorbei. Somit lag er auf der langen Geraden direkt hinter seinem Rivalen und durfte DRS öffnen. Folgerichtig bremste sich Sainz sofort wieder vorbei an Norris.

"Das hat er clever gemacht", ärgerte sich McLaren-Teamchef Andreas Seidl später. Proteste des Teams gab es deswegen aber nicht. Für Sainz war durch die Platzaufgabe gegen Daniel Ricciardo in Runde eins das Rennen gelaufen. Im Rennverlauf biss sich der Spanier mehrfach die Zähne an seinem McLaren-Nachfolger aus.

Carlos Sainz verzweifelte an Daniel Ricciardo - Foto: LAT Images

Einmal berührten sich beide sogar leicht. "Das war schmutzig! Er hat das mit Absicht gemacht", schimpfte Sainz am Funk. Später hatte sich der Spanier schon wieder etwas beruhigt: "Derjenige, der innen ist, versucht den Äußeren abzudrängen. Ich hätte das genauso gemacht. Durch die Berührung wurde es aber etwas hart. Er hätte es etwas sauberer machen können, ich hätte mich fast gedreht."

Schließlich verlor Sainz nicht nur Platz fünf an Ricciardo, sondern musste sich kurz vor Rennende auch noch Valtteri Bottas beugen, der nach einer Startplatzstrafe mit Überschuss von hinten kam. Von Startplatz fünf ging es so auf Platz sieben nach hinten.


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