"Ein ganz normaler Freitag", heißt es nach beinahe jedem Freitagstraining aus dem Mund von Renault-Chefrenningenieur Pat Symonds. Diesmal drehen wir den Spieß um: Ein ganz normaler Samstagmorgen. Soll bedeuten: Erst kein Fahrbetrieb, dann etwas mehr; insgesamt aber nichts, was die Formel 1 Welt in ihren Grundfesten erschüttern würde.

Der Rundengeiz Spannende Rennaction, viel Fahrbetrieb, unzählige Zwischenfälle, eine harte Zeitenjagd und eine abwechslungsreiche Session: All das bekamen die Zuschauer des 3. Freien Trainings in Interlagos nicht geboten. Stattdessen machte sich der schon von den Europa-Läufen bekannte Rundengeiz in der Boxengasse breit.

Die Zwischenfälle Die erste gezeitete Runde wurde nach 25 Minuten erzielt. Das sollte bereits alles über den Fahrbetrieb und den Zwischenfallsreichtum aussagen. Die spektakulärsten Szenen boten somit Narain Karthikeyan, der nach einem Verbremser über die Grünflächen holperte, sowie Juan Pablo Montoya, dessen Heck beim Anbremsen ausbrach und ihn ebenfalls in die Auslaufzone schickte.

Die Technik Ohne technische Probleme und mit einem reparierten RB1 von Christian Klien machten sich die 20 Piloten an den Qualifying-Samstag. Noch droht keinem Fahrer aufgrund eines Motorwechsels eine Strafversetzung in der Startaufstellung. Takuma Sato muss aufgrund seiner Strafe für die Kollision mit Michael Schumacher in Spa aber dennoch zehn Plätze weiter hinten ins Rennen gehen.

Die Platzierungen Zwei Renault vor zwei McLaren: Die Verhältnisse an der Spitze waren heute Morgen genau anders als erwartet. Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella führten die Zeitenliste vor Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen an. Dahinter stellten die nächstjährigen Teamkollegen Jenson Button und Rubens Barrichello die besten Verfolger dar. Die Top10 komplettierten Pizzonia, Trulli sowie die Schumacher-Brüder.

Die Analyse Renault hat es bereits in Belgien angekündigt: Mit dem neuen Aerodynamik-Paket sowie der Motorenausbaustufe ist man näher an McLaren dran. Für das Qualifying steht uns also ein spannendes Duell zwischen den Silbernen und den Gelb-Blauen ins Haus. Die Rolle des besten Verfolgers nahm derweil Jenson Button ein, der damit die gute Frühform seines Teams von gestern bestätigen konnte. Ob dies auch noch im Qualifying so sein wird, lässt sich bei den Weißen momentan nur schwer sagen. Dafür sind ihre Leistungen aktuell zu unkonstant. Bei Ferrari setzte unterdessen Rubens Barrichello seine gewohnt gute Heimvorstellung fort. Zu mehr als einem Achtungserfolg gegen seinen Teamkollegen reichte es aber dennoch nicht.