Kaum ein Thema war in den letzten Wochen so präsent wie die Verpflichtung des 28-jährigen Nick Heidfeld durch BMW. Nachdem am gestrigen Donnerstag die Option des Williams-Teams auf die Dienste des Mönchengladbachers verstrichen ist, gaben die Münchner heute Morgen die Verpflichtung ihres Wunschfahrers bekannt und setzten damit die nächste Grundlage für die Saison 2006.

"Mit der Übernahme des Teams von Peter Sauber zum 1. Januar 2006 beginnt für BMW eine neue Zeitrechnung in der Formel 1", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Wir freuen uns, dass Nick in dieser sicher schwierigen Aufbauphase von Anfang an dabei sein wird. Er ist nicht nur ein schneller und couragierter Pilot, sondern auch ein analytischer und akribischer Arbeiter. Zudem kennt er die beiden Standorte München und Hinwil mit den jeweiligen Belegschaften bereits."

Entsprechend freut sich der momentan noch verletzte Deutsche über seine Rückkehr nach Hinwil und die weitere Zusammenarbeit mit BMW. "Ich freue mich wahnsinnig auf die Zukunft. Für mich geht ein großer Wunsch in Erfüllung. Ich habe die Arbeit, die in Hinwil geleistet wird, in den Jahren 2001 bis 2003 schätzen gelernt. Und seit knapp einem Jahr erlebe ich, mit welchem Engagement und mit welchen Ressourcen BMW hinter seinem Formel-1-Projekt steht. Ich erwarte natürlich keine Wunder in der ersten Saison nach dem Neuanfang 2006. Aber ich bin überzeugt, dass das neue Team langfristig Erfolg haben wird."

Wer sein Teamkollege im neuen Jahr wird, wurde derweil noch nicht offiziell bestätigt. Obwohl Jacques Villeneuve auch für 2006 einen gültigen Vertrag mit dem Sauber Team besitzt, heißt es in der Pressemeldung nur: "Damit ist das erste Cockpit im neuen von BMW geführten Team besetzt."

Wenn es nach Villeneuve und seinem Manager geht, dann wäre Heidfeld allerdings der zweite verpflichtete Fahrer, da der Kanadier auf die Gültigkeit seines Kontraktes pocht und fest davon ausgeht für BMW zu fahren. "Ich habe einen Vertrag", sagt er. "Verträge sind auch heute noch sehr aussagekräftig. Nebenbei bemerkt gibt es keinen Hinweis darauf, dass BMW über meinen Vertrag unglücklich sein könnte."

Die erhöhten Ressourcen des Rennstalls sind jedenfalls genau nach dem Geschmack des Ex-Weltmeisters. BMW wird den Standort Hinwil nicht nur erhalten, sondern von heute knapp 300 auf etwa 400 Mitarbeiter ausbauen. In München werden zudem bei BMW Motorsport rund 300 Beschäftigte am Formel-1-Projekt arbeiten. "Insgesamt", erklärt Theissen, "werden wir somit auf eine Personalstärke von rund 700 kommen. Dabei hat der Ausbau der Aerodynamik-Abteilung in Hinwil oberste Priorität. Gegenwärtig können dort die Möglichkeiten des erstklassigen Windkanals nicht voll ausgeschöpft werden, weil es an Personal für den Mehrschichtbetrieb fehlt. Wir arbeiten sukzessive darauf hin, die Anlage rund um die Uhr nutzen zu können."