Formel 1

Formel 1, Renault-Fahrhilfe weg? Hülkenberg: Ändert gar nichts!

Die Renault-Disqualifikation beim Japan GP ist in Mexiko ein großes Thema. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg bekommen Maulkorb - Hülk spricht dennoch.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Für Renault begann die Formel-1-Woche in Mexiko schon einen Tag früher als üblichen mit ersten Nachrichten. Schlechten Nachrichten: Am Mittwochabend verkündete die FIA die Disqualifikation Nico Hülkenbergs und Daniel Ricciardos beim vergangenen Japan GP.

Einen Tag später - am Medien-Donnerstag in Mexiko - war das Thema natürlich eines der größten im Fahrerlager. Nur nicht für die Fahrer - die bekamen seitens Renault gleich einmal einen Maulkorb verpasst.

Renault disqualifiziert: Worum es geht

Worum es überhaupt geht? Kurz gesagt: Racing Point hatte die Franzosen angeschwärzt, ein illegales Bremssystem zu verwenden, das den Fahrern automatisch für jede Kurve die ideale Balance verschaffen sollte. Das sahen in letzter Konsequenz auch die Stewards so. Zwar nicht als Verstoß gegen insgesamt drei betroffene Paragrafen des Technischen Reglements, aber gegen einen Grundsatz aus den sportlichen Regularien, wonach in der Fahrer seinen Boliden ohne Hilfe fahren muss. Deshalb die Disqualifikation.

Nachdem Renault mit Zähneknirschen auf einen Protest verzichtete, ohnehin keine neuen Beweise hätte vorlegen können, so ein Statement des Teams, sollten am Abend in Mexiko Hülkenberg und Ricciardo in ihren Medienrunden den letzten Akkord zu diesem Thema spielen.

Maulkorb für Renault-Fahrer, Hülkenberg spricht dennoch

Doch als Motorsport-Magazin.com das Renault-Duo im Detail zu ihrer Meinung verhören wollte, war das gar nicht möglich. Flankiert von gleich zwei Aufpassern aus der PR-Abteilung traten Ricciardo und Hülkenberg an - und die machten gleich und mehrfach klar: Fragen zu Steward-Entscheidung sind tabu!

Während Ricciardo sich dem fügte, wirkte Hülkenberg regelrecht enttäuscht, seine Meinung nicht kundtun zu dürfen. "Ist schon okay", so der Emmericher auf dann doch gestellte Fragen zur Causa Bremshilfe. Doch er durfte nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Auf Nachbohren von Motorsport-Magazin.com allerdings - nicht zur Entscheidung, sondern zu den Folgen – gab es dann doch eine interessante Aussage.

Hülkenberg: Muss ohne Bremssystem nichts anders machen

Frage MSM: "Bekommst du jetzt einen neuen Knopf? Musst du etwas ändern? Fährst du anders? Ändert sich überhaupt was?" Antwort Hülkenberg: "Nein." Allzu gewaltig kann der Vorteil des Systems also offenbar nicht gewesen sein.

Hülkenberg jedenfalls hat das ganze Drama nicht so ganz durchblickt. "Wir sind nicht die Regelmacher, auch nicht die FIA. Es ist schwer zu sagen. Es ist etwas verwirrend. Wir müssen es akzeptieren und weiterleben. Denke sowieso nicht, dass es auf der Strecke für unsere Performance und Konkurrenzfähigkeit groß etwas verändert. Da bin ich entspannt", so der Renault-Pilot.

Jetzt erst recht! Ricciardo will Punkte zurückholen

Groß in der Wunde bohren will Hülkenberg ohnehin nicht, geht mit einer 'Jetzt-erst-recht'-Mentalität in den Mexiko GP. "Der Blick geht nach vorne. Wir haben noch vier Rennen. Man nimmt sich ja immer vor, ein sauberes Wochenende zu haben und zu kapitalisieren und zu holen, was zu holen ist", sagt Hülkenberg zu Motorsport-Magazin.com.

Das sieht auch Ricciardo so. "Was mit dem Ergebnis von Japan passiert ist … Wir sind als Team sauer und frustriert. Aber wir denken auch 'Hey, lass' uns die Punkte, die wir verloren haben, zurückholen!' Es bringt Motivation", sagt der Australier.

Hülkenberg glaubt nicht WM-Rang vier: McLaren kein Fallobst

Gebrauchen kann Renault jedes bisschen zusätzliche Motivation nun jedenfalls. Durch die DSQ ist der Rückstand auf McLaren auf nun fast schon uneinholbare 43 Punkte gewachsen. Das in vier Rennen aufzuholen sei unwahrscheinlich, so Hülkenberg. "Es ist ja auch nicht so, dass die Fallobst wäre und hinten herunterfallen", sagt der Renault-Fahrer.

Groß auf McLaren zu schauen bringe ohnehin nichts. Hülkenberg: "Wir müssen uns einfach auf uns selbst konzentrieren und maximieren, was wir haben. Dann sehen wir, wo wir stehen und was wir kriegen. Alles andere ist Verrücktmacherei und das machen wir nicht und wollen wir nicht."


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