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Formel 1

Formel-1-Fahrerranking: Max Verstappen brilliert in Brasilien

Max Verstappen holt sich doch noch den Sieg in Brasilien. Zumindest im Fahrerranking. Unfallgegner Esteban Ocon bei Usern beliebt. Schwaches Vettel-Ergebnis

Motorsport-Magazin.com - Wiedergutmachung für Max Verstappen im Fahrerranking von Motorsport-Magazin.com zum Brasilien GP 2018. Im Formel-1-Rennen am Sonntag durch den Unfall beim Überrunden von Esteban Ocon um einen sicheren Sieg gebracht, gewinnt der Red-Bull-Pilot das Fahrervoting auf ganzer Linie.

Sowohl bei den Usern als auch allen MSM-Redakteuren liegt Verstappen vorne. Seine Spitzenleistung in Sao Paulo spiegelt jedoch nicht nur dieses Urteil, sondern auch die Einschätzung so mancher Experten. "Man überholt nicht jeden Tag zwei Ferrari und zwei Mercedes", lobt etwa F1-Sportchef Ross Brawn.

"Max war schon früh im Rennen in der Lage, seinen Weg vorbei an den Ferrari und Bottas zu finden, dann auch an Leader Lewis Hamilton ranzufahren und ihn unter Druck zu setzen", schwärmt auch Teamchef Christian Horner. "Und dann lieferte Max noch ein tolles Comeback in einem Auto, das heftig beschädigt war. Der halbe Unterboden war Weg. Trotzdem hat er die Lücke zu Lewis wieder zugefahren."

Jener Lewis Hamilton belegt nach dem geerbten Sieg in Interlagos Platz zwei im Ranking - dank der Leser. Motorsport-Magazin.com hat auch Ferrari-Nachwuchsmann Charles Leclerc noch höher bewertet, der somit Rang drei belegt. Nicht auf das Podium im Ranking schaffen es die Ferrari-Stars Kimi Räikkönen (P4) und Sebastian Vettel (P6).

Kurios ist das Urteil zu Verstappen-Nemesis Esteban Ocon: Bei MSM durch die Bank letzter haben die User den Franzosen trotz des Vorfalls extrem gut bewertet. Bei den Lesern landet Ocon auf Platz sechs - damit liegt zum Beispiel noch vor Sebastian Vettel. Der Gedanke, dass hier einige Kritiker Max Verstappens hinterstecken dürften, drängt sich auf.

Fahrerranking Brasilien GP 2018: Die MSM-Bewertungen

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Verstappen Verstappen Verstappen
2 Leclerc Hamilton Leclerc
3 Ricciardo Räikkönen Räikkönen
4 Hamilton Leclerc Ricciardo
5 Räikkönen Perez Hamilton
6 Vettel Ricciardo Ericsson
7 Grosjean Grosjean Grosjean
8 Ericsson Magnussen Perez
9 Perez Hartley Vettel
10 Sirotkin Sirotkin Sirotkin
11 Magnussen Vettel Gasly
12 Alonso Bottas Alonso
13 Gasly Alonso Magnussen
14 Hartley Ericsson Hülkenberg
15 Hülkenberg Vandoorne Hartley
16 Bottas Hülkenberg Vandoorne
17 Sainz Sainz Sainz
18 Vandoorne Gasly Bottas
19 Stroll Stroll Stroll
20 Ocon Ocon Ocon

F1-Fahrerranking Brasilien 2018: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath

Positiver Härtefall: Max Verstappen
Okay, die Aktion in der FIA-Garage war ein kleiner Schönheitsfehler, aber auch irgendwie verständlich. Aber im Cockpit war das einmal mehr Wahnsinn, was der Niederländer da abgebrannt hat. Er ging an beiden Ferrari- und Mercedes-Piloten auf der Strecke vorbei und setzte am Ende sogar Hamilton noch mit einem beschädigten Auto unter Druck. Die rennentscheidende Szene? Nicht sein Fehler, er muss sich auf mehr Cleverness von Ocon verlassen.

Negativer Härtefall: Lance Stroll
Viel kann man zum Kanadier nicht schreiben - mal wieder ein unmotivierter Auftritt. Während Teamkollege Sergey Sirotkin zumindest im Qualifying ein Glanzlicht (für Williams-Verhältnisse) setzen konnte, blieb Stroll mehr als blass. Im Rennen fehlten ihm fast 20 Sekunden auf seinen russischen Teamkollegen.

Florian Becker

Positiver Härtefall: Charles Leclerc
Charles Leclerc machte im Q2 etwas, das sich in der modernen Formel 1 längst nicht jeder Fahrer traut. Der Racer in ihm widersetzte sich der Anweisung des Teams, das angesichts zunehmenden Regens keine Chance auf eine Zeitverbesserung sah und seinen Fahrer zurück an die Box beorderte. Für Leclerc hätte die das Aus im Q2 bedeutet, doch der 21-Jährige blieb hartnäckig und schaffte mit seinem letzten Run entgegen aller Widrigkeiten den Sprung ins Q3. Es war ein eindrucksvoller Beweis von Talent, Entschlossen und Nervenstärke. Ein Vorgeschmack auf das, worauf sich Ferrari 2019 bei seinem Neuzugang freuen darf.

Negativer Härtefall: Esteban Ocon
Esteban Ocon bezeichnete das Rennen in Mexiko zwei Wochen zuvor als das schwächste seiner Karriere. Nach Brasilien dürfte der eine oder andere diese Aussage als überholt ansehen. Denn der Bock, den sich der Mercedes-Junior in Sao Paulo leistete, war einer der ganz üblen Sorte. Ja, das Entrunden ist gemäß Reglement nicht verboten. Beim Führenden so reinzuhalten und diesen dann auch noch abzuschießen, war allerdings ein verheerender Totalausfall. Ocon hatte in diesem Moment nichts, aber auch gar nichts neben Verstappen zu suchen. Und seine Null-Einsicht-Attitüde nach dem Rennen machte diesen Kardinalsfehler nur noch schlimmer.

Jonas Fehling

Positiver Härtefall: Marcus Ericsson
Ein Ausgefallener als positiver Härtefall? Ja. Marcus Ericsson hat in Brasilien an seinem vorletzten Rennwochenende für Sauber noch einmal deutlich gemacht, dass die Entscheidung gegen ihn für ein Cockpit 2019 vielleicht doch nicht ganz richtig war. Mit Platz sieben im Qualifying erzielte Ericsson das beste Ergebnis seiner Karriere, war Best of the Rest und rang sogar mal Charles Leclerc nieder. Im Rennen hatte der Schwede dann einfach Pech. Schon auf den Sichtungsrunden verlor der Sauber ein Teil des Unterbodens, ehe Ericsson dann auch noch am Start ein neues Opfer Romain Grosjeans wurde, noch mehr Carbon verlor. Der Sauber wurde unfahrbar. Bitter.

Negativer Härtefall: Valtteri Bottas
Valtteri Bottas verpasste es in Brasilien, die erhoffte Reaktion nach dem WM-Titel von Lewis Hamilton zu zeigen. Noch immer vermochte der Finne nie mit dem Weltmeister mitzuhalten. Dass 0,16 Sekunden Rückstand im Qualifying schon fast als Erfolg verbucht werden können, sagt fast schon genug. Auf der kurzen Strecke in Brasilien ist das zudem gar nicht einmal so wenig. Das Rennen? Keinen Deut besser. Und deshalb fast nicht der Rede wert. Bottas blieb komplett blass, kam 23 Sekunden hinter Hamilton ins Ziel. Bezeichnend allein Bottas eigene Antwort auf die Frage nach seinem aufregendsten Moment: "Als das Rennen vorbei war."

Formel 1, Fahrerranking Brasilien 2018: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Verstappen 1 1 1
2 Hamilton 3,7 2 2,85
3 Leclerc 2,7 3 2,85
4 Räikkönen 3,7 4 3,85
5 Ricciardo 4,3 5 4,65
6 Vettel 8,7 7 7,85
7 Magnussen 10,7 8 9,35
8 Perez 7,3 14 10,65
9 Ericsson 9,3 12 10,65
10 Hartley 12,7 9 10,85
11 Alonso 12,3 11 11,65
12 Grosjean 7 17 12
13 Sirotkin 10 15 12,5
14 Ocon 20 6 13
15 Vandoorne 16,3 10 13,15
16 Bottas 15,3 13 14,15
17 Hülkenberg 15 16 15,5
18 Gasly 14 18 16
19 Sainz 17 20 18,5
20 Stroll 19 19 19

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. Doppelnennungen sind nicht erlaubt. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden.


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