Formel 1

Formel 1, Japan: Hamilton auf Pole, Vettel erlebt Debakel

Lewis Hamilton startet am Sonntag in Suzuka von der Pole Position. Das Qualifying wurde von Mercedes dominiert. Horrortag für Ferrari und Sebastian Vettel.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat sich die Pole Position für den Großen Preis von Japan 2018 gesichert. Der Formel-1-Weltmeister und sein Mercedes-Team machten in Suzuka alles richtig. Für Hamilton ist es die achte Pole in dieser Saison und die 80. seiner Karriere. Valtteri Bottas sorgte mit Platz zwei für eine silberne erste Startreihe. Max Verstappen wurde im Red Bull Dritter. Ferrari und Sebastian Vettel verzockten sich abermals. Der Deutsche geht nur vom neunten Startplatz aus ins Rennen.

Das Ferrari-Duo eröffnete das entscheidende Q3. Nach dem Regenschauer kurz zuvor setzten sowohl Räikkönen als auch Vettel auf Intermediates. Letzterer erklärte noch am Boxenausgang im Funk, dass ihm die Strecke für diesen Reifen zu trocken aussieht. Mercedes machte es deshalb von vornherein anders und fuhr auf Supersoft. Ferrari kam gleich nach der Outlap für den Wechsel auf Trockenreifen an die Box.

Demzufolge lagen die Silberpfeile nach den ersten Runs außer Konkurrenz an der Spitze. Hamilton setzte sich mit drei Zehnteln gegen Bottas durch. Verstappen landete als Dritter dahinter, während Räikkönen und Vettel auf ihren ersten Runs beide weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Iceman war eine halbe Sekunde langsamer als Verstappen, Vettel schmiss seine Runde in der Spoon-Kurve gar komplett weg.

Auf Platz neun liegend blieb Vettel somit nur noch ein Versuch, sein Qualifying zu retten. Bei zunehmendem Regen wurde es jedoch immer schwieriger. Hamilton und Bottas mussten ihre Runs nach heftigen Rutschern abbrechen, ebenso Räikkönen. Für Vettel war damit keine Verbesserung mehr drin. Selbst bei langsamer Fahrt erlebte er in der zweiten Degner-Kurve einen Ausrutscher ins Kiesbett.

Mercedes sicherte sich damit erneut die erste Startreihe. Dahinter gehen am Sonntag Verstappen und Räikkönen von den Startplätzen drei und vier ins Rennen. Die Top-10 komplettieren Grosjean, Hartley, Gasly, Ocon, Vettel und Perez.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: Regen sorgt Quersteher und Ausritte von Räikkönen, Bottas und Vettel
Top-5: Hamilton, Bottas, Verstappen, Räikkönen, Grosjean

Q2 in Japan: Mercedes bezwingt Ferrari auch mit Soft-Reifen

Das war Q2: Angesichts des drohenden Regens fackelten Mercedes und Ferrari nicht lange. Alle vier Piloten der Top-Teams waren gleich bei Beginn des zweiten Segments auf der Strecke. Hamilton und Bottas waren dabei auf dem härteren Soft-Reifen unterwegs, trauten sich demzufolge zu, sich mit diesem für das Q3 zu qualifizieren und damit ins Rennen zu starten.

Die Taktik der Silberpfeile ging auf. Obwohl Ferrari auf Supersoft setzte, landeten Vettel und Räikkönen auf den Plätzen drei und vier hinter Bottas und Hamilton. Ricciardo rollte mit Leistungsverlust in der Boxengasse aus, während Verstappen auf Position fünf fuhr. Weiter hinten fuhr Haas im Mittelfeld ebenfalls die Soft-Strategie.

Grosjean war fünf Minuten vor Schluss als Achter auch auf dem härteren Reifen auf Q3-Kurs. Magnussen hingegen musste noch einmal auf Supersoft ran. Wie schon im ersten Segment begann es in der entscheidenden Phase zu tröpfeln, diesmal allerdings deutlich stärker. Leclerc drehte sich in der ersten Degner trotz langsamer Fahrt, fuhr nach einem 360er aber weiter.

Die Positionen waren damit bezogen. Ricciardo war nach seinem Defekt nicht mehr auf der Strecke und wurde 15. und Letzter. Ebenfalls ausgeschieden waren Leclerc, Magnussen, Sainz und Stroll. Damit schaffte es Grosjean auf Soft ins Q3. Bei Toro Rosso Honda freute man sich über den Einzug beider Autos in die Top-10.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Ricciardo mit Motorproblemen K.o., Leclerc dreht sich im Regen
ausgeschieden: Leclerc, Magnussen, Sainz, Stroll, Ricciardo
Top-5: Bottas, Hamilton, Vettel, Räikkönen, Verstappen

Q1 in Japan: Dreher von Vettel, Ericsson sorgt für rote Flagge

Das war Q1: Wie üblich eröffneten die Teams aus den hinteren Reihen auch in Suzuka das Zeittraining. Nach den Boliden von Williams und Haas war mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen nach wenigen Sekunden auch das erste Top-Team auf der Strecke. Mercedes und Red Bull ließen sich etwas mehr Zeit als Ferrari.

Vettel legte mit 1:29.049 Minuten die erste Bestzeit vor, Räikkönen verlor eine halbe Sekunde auf den Teamkollegen. Die Bestzeit des Deutschen hatte allerdings nicht lange Bestand. Trotz eines Schnitzers ausgangs Spoon war Hamilton auf dem ersten Run gleich einmal drei Zehntel schneller. Bottas hingegen landete hinter Vettel.

Kurz darauf erst gelbe und dann rote Flaggen. Zunächst drehte sich Vettel aus völlig unersichtlichen Gründen in der Hairpin. Der Ferrari brach trotz langsamer Fahrt beim Einlenken plötzlich aus. Für Vettel ging die Session nach einem Wendemanöver weiter. Ericsson hingegen flog in der Dunlop-Kurve nach den Esses heftiger ab und sorgte für eine Qualifying-Unterbrechung.

Mit rund zehn Minuten auf der Uhr wurde die Session wieder freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Rundenzeit waren Perez und beide Renault. Die Top-10 sahen in der Schlussphase von einem letzten Run ab. Zwei Minuten vor Schluss begann es zu tröpfeln, was die Piloten auf den hinteren Plätzen allerdings von der Zeitenjagd abhalten konnte.

Sämtliche Piloten ab Platz zehn warteten mit persönlichen Sektorbestzeiten auf. Während Stroll im Williams überraschend den Sprung ins Q2 schaffte, war für Nico Hülkenberg auf Platz 16 früh Feierabend. Ebenfalls ausgeschieden waren Sirotkin, Alonso, Vandoorne und Ericsson.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Unfall von Ericsson, Dreher von Vettel
ausgeschieden: Hülkenberg, Sirotkin, Alonso, Vandoorne, Ericsson
Top-5: Hamilton, Vettel, Bottas, Verstappen, Räikkönen

Das Wetter: Wie schon das gesamte Wochenende über hing beim Qualifying eine dichte Wolkendecke über dem Suzuka Circuit. Für die Session wurde eine Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent vorhergesagt. Bei 26 Grad Celsius Strecken- und 28 Grad Asphalttemperatur tröpfelte es im Q1 leicht, ab den Schlussminuten des Q2 nahm der Regen zu. Im finalen Segment regnete es dann heftig, was vor allem Ferrari zum Verhängnis wurde.


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