Formel 1

Nach Billy Mongers Unfall: Änderungen an F1-Autos

Die FIA reagiert auf den tragischen Unfall des jungen Formel-4-Fahrers Billy Monger. Vor dem Monaco GP bauen die Formel-1-Teams ihre Autos um.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der tragische Unfall des jungen Formel-4-Piloten Billy Monger vor rund fünf Wochen ging um die Welt. In Folge des schrecklichen Crash mussten dem 18-Jährigen beide Unterschenkel amputiert werden. Die FIA hatte eine Untersuchung der Geschehnisse beim Rennen in Donington eingeleitet - die Ergebnisse wirken sich nun auch auf die Formel 1 aus.

Wie Auto Motor und Sport berichtet, kam die FIA zu dem Schluss, dass die Aufnahme für den Wagenheber am Heck der Formelautos der Grund für Mongers schwere Verletzungen gewesen sei. Deshalb habe der Weltverband sämtliche Formel-1-Teams aufgefordert, die Wagenheber-Stützen an ihren Autos zu modifizieren.

Der Grund für Billys schwere Verletzungen

Die hintere Stütze, in die der Wagenheber am Heck des Autos eingerastet wird, besteht meist aus einem scharfen Metallhaken. Ein solcher habe Mongers Formel-4-Boliden beim Unfall förmlich aufgeschlitzt und die Funktion der Crashstruktur in der Frontnase außer Kraft gesetzt. In F1-Autos sind die Nasen zwar höher als im Formel-4-Auto und damit auch die Beine vorne, doch die FIA habe die Teams um Änderungen in zwei Punkten gebeten.

Der Ankerpunkt für den Wagenheber solle nun nicht mehr über die hintere Crash-Struktur hinausstehen und dürfe zudem nicht mehr als 4,5 Zentimeter über den unteren Rand der Knautschzone hervorragen. Technik-Kommissar Jo Bauer habe am Mittwoch sämtliche Autos in Monaco daraufhin überprüft und grünes Licht bei allen Teams gegeben.

950.000 Euro an Spenden

Unterdessen konnte Billy Monger das Krankenhaus nach einem dreiwöchigen Aufenthalt verlassen. Noch immer ist die Anteilnahme am Schicksal des jungen Rennfahrers riesengroß. Auf einer Spendenseite sind inzwischen rund 950.000 Euro eingegangen, mit denen Billys Familie die weiteren Therapien bezahlen kann.

Einfach nur großartig: Nur fünf Wochen nach dem schicksalhaften Unfall ist Monger auf die Rennstrecke zurückgekehrt. Bei einem Charity-Event im Oulton Park zeigte sich der Nachwuchsfahrer in einem Golfkart - und einem Lächeln im Gesicht. Nachdem er vor einigen Wochen aus dem künstlichen Koma aufgeweckt wurde, habe er sofort gefragt, wie er ein Rennauto mit den Händen bewegen könne.

Nach der Wohltätigkeitsveranstaltung sagte Billy: "Jeder hat mich angefeuert, das war schön. Ich möchte nicht, dass meine Verletzung etwas Negatives im Fahrerlager hervorruft. Ich möchte, dass die Leute es als etwas Positives betrachten, das die Motorsport-Gemeinschaft zusammengeführt hat."


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