Formel 1 - Adelaide will Australien GP: Was steckt dahinter?

Untersuchung einer möglichen Rückkehr

Der Stadtrat von Adelaide möchte untersuchen lassen, ob der Australien GP wieder in die Hauptstadt Südaustraliens zurückkehren kann.
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Motorsport-Magazin.com - 1985 fand das erste Formel-1-Rennen auf dem australischen Kontinent statt. Die ersten elf Rennen wurden stets als Saisonfinale im südlich gelegenen Adelaide ausgetragen. 1996 verlegte die Königsklasse ihren Austragungsort nach Melbourne auf den Albert Park Circuit und hat dort ihre Heimat gefunden, wo seitdem zumeist die Auftaktrennen der Saison stattfinden.

Wenn es nach Vorgängerstadt Adelaide geht, muss das aber nicht so bleiben. Einem Bericht des Adelaide Advertiser zufolge beschloss der Stadtrat, eine Untersuchung über die Durchführbarkeit eines F1-Rennens durchzuführen. "Es liegt eine gewisse Nostalgie in diesem Grand Prix, daher freue ich mich, dass der Rat der Staats-Regierung schreiben wird, dass wir ein Interesse an der Untersuchung haben", sagte Ratsmitglied Alex Antic.

Der Tourismusminister Südaustraliens Leon Bignell relativierte eine Rückkehr des Australien GP nach Adelaide aber wieder: "Wenn sie den Grand Prix wollen, dann müssen sie auch dafür bezahlen." Nur im Beklagen sei der Stadtrat gut. "Für das Supercars-Rennen in Bathurst hat das Parlament sechs Millionen Dollar investiert. Sie selbst haben sich mit 50.000 Dollar beteiligt, uns aber 100.000 Dollar berechnet."

"Wir haben kein Interesse", stellte Bignell klar. Doch selbst wenn der Stadtrat dazu beitragen würde, den Grand Prix wieder nach Adelaide zu holen, müsste er sich noch ein paar Jahre gedulden. Der bestehende Vertrag des Australien GP mit Melbourne läuft noch bis 2023.

Motorsport-Magazin.com meint: Aus der Rückkehr des Australien GP nach Adelaide wird wohl weiter nichts. Solche und ähnliche Geschichten tauchen traditionell vor dem Saisonstart Down Under auf. Es seien ihnen gegönnt, sind ja auch schöne Städte. Im vergangenen Jahr hieß es übrigens, Sydney wolle das Australien-Rennen übernehmen. Mal schauen, welche Städte es noch so im Land der Kängurus und Koalas gibt...

5 denkwürdige Adelaide-Momente

1985: Kollision unter Teamkollegen

Streiff konnte seinen Podestplatz ins Ziel retten - Foto: Sutton

Den ersten Sieg in Adelaide sicherte sich Keke Rosberg. Das Duell um Platz zwei war aber wesentlich interessanter. In der vorletzten Runde kam es zwischen den Ligier-Piloten Philippe Streiff und Jacques Laffite zu einer Kollision. Streiff hatte dadurch eine stark beschädigte Vorderachse, konnte seinen dritten Platz aber noch ins Ziel retten.

1986: Ein Reifenschaden entscheidet die WM

Durch den Ausfall von Mansell sicherte sich Prost den Sieg und den Titel - Foto: Sutton

Bei 290 km/h explodierte plötzlich der linke Hinterreifen von Nigel Mansell auf der Brabham-Geraden. Zuvor lag er noch auf dem dritten Platz und war damit auf Meisterschaftskurs. Vom Ausfall des Briten profitierte Alain Prost, der durch den Sieg seinen WM-Titel verteidigen konnte.

1991: Kürzestes Rennen der Geschichte

Senna behielt im Regen einen kühlen Kopf und die Kontrolle über sein Auto - Foto: Sutton

Strömender Regen plagte den Adelaide Street Circuit schon in den Support-Rennen. Dennoch startete der Australien GP 1991 ohne größere Zwischenfälle. Ab der fünften Runde wurde der Regen jedoch so stark, dass es zu mehreren Zwischenfällen kam. In Runde 17 wurde das Rennen dann sogar gestoppt und nicht wieder aufgenommen. Es ging mit Ayrton Senna als Sieger als kürzestes Rennen in die Geschichte ein.

1992: Crash des Champions beim Saisonfinale

Mansell beendete seine Saison mit einem Unfall - Foto: Sutton

Nigel Mansell war bereits sicher Weltmeister, als er zu seinem Abschiedrennen antrat, bevor er in die IndyCars wechselte. Als Ayrton Senna in Runde 18 gegen den Pole-Setter Mansell einen Überholversuch ansetzte, kam es zur Kollision, die das Aus für beide Piloten bedeutete.

1994: Titelentscheidung durch Unfall

Schumacher und Hill kollidieren und fallen beide aus - Foto: Sutton

Die vorletzte Austragung des Australien GP wurde zum Privat-Duell zwischen Michael Schumacher und Damon Hill. Im Kampf um den Titel hatte Schumacher die bessere Position, bis er in Runde 36 abflog. Er kehrte auf die Strecke zurück und kollidierte mit Hill. Beide Fahrer schieden aus, Schumacher wurde Weltmeister.


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