Formel 1

Maldonado verdient sein Cockpit nicht! - Webber: Vettel besser als Hamilton

Ex-F1-Pilot Mark Webber zieht Bilanz: Sebastian Vettel ist der zukünftige Ferrari-Weltmeister und Pastor Maldonado mehr als überfordert.
von Raphaela Scheidl

Motorsport-Magazin.com - Knappe zwei Monate sind es noch bis zum Saisonstart der Königklasse in Australien. Doch bevor die Piloten wieder um Plätze am Podium kämpfen, zieht Ex-Red-Bull-Fahrer Mark Webber seine Bilanz. Wer war 2015 der Beste, der Erfahrenste und der Schnellste im Grid? - Und wer hat seinen Platz im Formel-1-Boliden nicht verdient?

Hamilton - der amtierende Weltmeister

Webber zieht Bilanz - Foto: Speedpictures

Lewis Hamilton ist der amtierende Weltmeister in der Königsklasse. Der Mercedes-Pilot hat in der vergangenen Saison brilliert - zehn Siege und 281 Punkte lautet seine Ausbeute - das sind 80,2 Prozent aller möglichen Zähler! "Lewis war immer schon unglaublich schnell", sagt Webber laut dem australischen Wheels Magazin vergangene Woche bei den Australian Motoring Awards. "Er ist sehr talentiert und sehr unempfindlich bei Regen. Solche Dinge machen jemanden zu einem sehr, sehr schnellen und phänomenalen Fahrer."

Lewis war immer schon unglaublich schnell.
Mark Webber

In der Tat hat Hamilton 2015 bewiesen, dass er sein Cockpit im Top-Team Mercedes mehr als verdient hat. 17 von 19 Mal stand der 31-Jährige im vergangenen Jahr am Podium, elf Mal behielt er auch samstags die Nase vorne und fuhr auf Pole, acht Mal brannte er die schnellste Rennrunde in den Asphalt - es gibt keine Statistik, in der Hamilton 2015 nicht die Oberhand behielt.

Vettel - bald Ferrari-Weltmeister?

Dennoch gibt es für den Australier einen Piloten im Grid, der Hamilton womöglich bald übertrumpfen wird. "Jemand wie Sebastian [Vettel]! Er hält das ganze Team zusammen und schafft es immer Schwächen auszumerzen. Er ist außergewöhnlich in diesen Dingen."

Er ist spitze, wenn es darum geht ein Team nach vorne zu bringen - und ich denke, dass wird ihm mit Ferrari auch bald gelingen.
Mark Webber

Vettel beendete seine rote Debütsaison auf Rang drei mit 278 Punkten. Drei Mal fuhr der Deutsche zum Sieg, 13 Mal feierte er für die Scuderia am Podium. "Er ist spitze, wenn es darum geht ein Team nach vorne zu bringen - und ich denke, dass wird ihm mit Ferrari auch bald gelingen."

Ein Ziel, welches nicht nur Webber vorhersieht. Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte erst vor wenigen Wochen das Saisonziel für das stolze Traditionsteam aus Maranello verkündet. "2016 soll für uns das Jahr sein, in dem wir an die Spitze zurückkehren. Wir haben alle dazu nötigen Investitionen getätigt. Wir wollen uns in Australien als jenes Team präsentieren, das es zu schlagen gilt, um Ferrari wieder zum WM-Titel zu führen", forderte der 63-Jährige am Rande des Börsengangs in Mailand.

Auch Fernando Alonso zählt für Webber weiterhin zu den besten Piloten im Grid, auch wenn der Spanier bei McLaren im vergangenen Jahr kaum Leistung zeigen konnte. "Alle drei [Hamilton, Vettel, Alonso] fahren auf einem sehr, sehr hohen Level. Wenn ich jedoch einen wählen müsste, dann wäre es Sebastian", gibt Webber seinem Ex-Teamkollegen den Vorzug.

Holt sich Vettel 2016 seinen fünften WM-Titel? - Foto: Sutton

Verstappen - das große Talent

Ein außergewöhnlich seltenes Talent.
Mark Webber

Erwähnenswert war für Webber auch die Saison von Toro-Rosso-Rookie Max Verstappen. Er sieht in dem 18-Jährigen ein "außergewöhnlich seltenes Talent." Mit Rang zwölf und 49 Zähler ist der Niederländer Rookie des Jahres 2015. Die FIA zeichnete ihn auch offiziell als besten Newcomer aus. Verstappen kämpfte sich zwei Mal bis auf Rang vier nach vorne und kratzte damit bereits in seiner ersten Saison am Podium - in einem Mittelfeldboliden.

FIA Action of the Year: Max Verstappen in Spa: (00:21 Min.)

Maldonado - ein Flop

Im Gegensatz zu Pastor Maldonado. Der Venezolaner beendete die Saison auf Rang 14 - zwei Plätze hinter Rookie Verstappen. Für Webber war die Leistung des 30-Jährigen alles andere als zufriedenstellend - er war für den Australier der schlechteste Pilot im Grid. "Er ist überfordert und sollte nicht dabei sein."

Er ist überfordert und sollte nicht dabei sein.
Mark Webber

Ganz so rosig sieht die Zukunft für Maldonado nach der Renault-Übernahme von Lotus ohnehin nicht aus. Nachdem bekannt wurde, dass der Vertrag des Venezolaners bei Renault aufgrund finanzieller Probleme seines Sponsors PDVSA nicht in Stein gemeißelt ist, ist Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul nach Venezuela gereist, um mit Vertretern der staatlichen Erdölgesellschaft Gespräche zu führen. Ausgang noch ungewiss...

Wer ist für euch der beste aktive Formel-1-Pilot im Grid? Stimmt ihr Mark Webber zu oder seht ihr in einem anderen Fahrer das größte Talent? Stimmt jetzt ab und schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren.


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