Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,

ich habe dieses Wochenende eine Racing-Show in Luxemburg besucht. Während meines zweitägigen Aufenthalts wurde ich von sehr vielen Fans angesprochen. Ich habe Autogramme geschrieben und natürlich wollten viele wissen, wie denn meine erste Formel 1 Saison verlaufen ist und wie es im kommenden Jahr aussehen wird.

Nach den zwei Tagen bin ich nun etwas müde, aber ich finde solche Events toll, denn die Formel 1 ist eine geschlossene Welt in die Fans nur schwer reinkommen. Deshalb versuche ich mich auf vielen Veranstaltungen blicken zu lassen, da es wichtig ist, dass Fans auf Fahrer zugehen können um ein bisschen zu reden oder Autogramme zu holen. An der Rennstrecke ist das leider nicht so einfach.

Um auf die nächste Saison sprechen zu kommen, so ist bisher noch nichts entschieden. Mein Manager Rick Gorne führt Gespräche mit verschiedenen Formel 1 Teams im Hinblick auf einen Job als Testfahrer, aber ich bin nicht der einzige Kandidat, der ein Cockpit bekommen möchte. Erschwerend kommt hinzu, dass oft Sponsoren Fahrer einer bestimmten Nationalität wünschen und als Belgier hat man es da nicht einfach. Dazu stehen trotz der Teamchef-Versammlung am Freitag die Testregeln für 2005 leider noch nicht fest, was natürlich keine gute Sache ist, denn die Teams können nicht planen und mir läuft die Zeit davon. Wenn ich kein Cockpit in der F1 finden sollte, werde ich mich nach Alternativen umsehen müssen, aber Priorität hat auf jeden Fall die Formel 1.

Eine gute Sache ist, dass mein Sponsor Goldenpalace.com auch im nächsten Jahr weitermachen wird. Leider reicht er nicht aus, um ein Cockpit zu bekommen. Bei Minardi haben Zsolt und Bruni dieses Jahr viel Geld für ihre Cockpits gezahlt und das Budget von Goldenpalace.com ist zu wenig, auch wenn sie es eventuell aufstocken werden. Mein Trumpf ist daher meine Kompetenz Formel 1 Fahrer zu sein.

In Belgien ist es auch nicht einfach Geldgeber zu finden. Unsere nationale Telefongesellschaft Belgacom hat vor kurzem die Verträge mit den beiden Tennisspielerinnen Kim Clijsters und Justine Henin-Hardenne beendet, so dass sie sich vielleicht in eine andere Richtung orientieren werden. Aber es ist schwierig belgische Firmen für den Motorsport zu begeistern. Das hängt natürlich alles mit den persönlichen Strategien der Unternehmen zusammen.

Zuletzt habe ich übrigens für die neue Superfund Rennserie getestet. Das kam daher zustande, dass ich 2003 noch in der Superfund World Series by Nissan gefahren bin und viel mit den Leuten von Superfund zu tun hatte. Dazu ist Superfund ein Sponsor von Minardi und die Rennen habe ich mir auch immer angeschaut. Eine Woche nach dem Launch auf dem Nürburgring, wo ich anwesend war, bekam ich einen Anruf und durfte das Auto testen. Mein Eindruck ist wirklich sehr positiv: Der Rennwagen ist sechs bis sieben Sekunden schneller als die Formel 3000 Boliden! Es fehlt zwar noch etwas das Feintuning und etwas Downforce, was man durch einen Zusatzflügel beheben könnte, aber in Jerez hatte ich über 300 Km/h auf der Gerade drauf und fuhr rund 200 Meter im Drehzahlbegrenzer. Der SF01 war auch sehr schnell in den Kurven und ich bin mir sicher, dass noch weitere drei Sekunden im Bereich des Möglichen sind!

Für mich wäre die Superfund Serie eine Möglichkeit, sollte sich in der F1 nichts finden lassen und ein Teamchef mit Sponsor mich fragen sollte. Aber ohne Sponsor wird es auch da sehr schwer etwas zu finden.

Am kommenden Wochenende steht dann noch eine weitere Veranstaltung für mich auf dem Programm: Bei der Wahl des RACB wird der belgische Rennfahrer des Jahres 2004 gekürt. Ich bin sogar nominiert, obwohl ich dieses Jahr kein Rennen gefahren bin! Aber die Entscheidung wird wohl zugunsten von Francois Duval ausgehen, der dieses Jahr eine tolle Rallye-Saison gefahren ist.

Das Weihnachtsfest wird für mich eher ruhig verlaufen. Ich war dieses Jahr viel unterwegs und werde daher in aller Ruhe mit meiner Familie feiern.

Ihnen, liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser, wünsche ich schon mal Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2005! Ich würde mich freuen, wenn Sie nächstes Jahr wieder meine Kolumnen lesen würden.