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Formel 1

Ihr richtet den Sport kaputt! - Heikos Negativ-Highlight 2014: Finanzkrise

Eine sportlich hochwertige Saison wurde jäh überschattet. Die vorhersehbarste aller Krisen schlug trotzdem überraschend zu. Eine schnelle Lösung muss her.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Zugegeben, Highlightstoff hat diese Saison zu Genüge produziert. Das epische Duell um den Titel, die Wiederauferstehung von Williams, unter Turbo-Drehmoment endlich wieder halbwegs driftende Boliden, Überholmanöver ohne Ende, packendes Racing im Mittelfeld... Doch wenn am Ende einer solch sportlich hochwertigen Saison vor allem die Pleite zweier Teams und die Existenzangst beinahe des gesamten Mittelfelds im Kopf hängenbleiben, dann ist offenkundig, dass etwas schief läuft.

In einem Business, der zwei Milliarden Euro Gewinn pro Saison macht, sind zwei Teams in die Pleite gerutscht und mindestens drei, wenn nicht vier weitere müssen sich mittlerweile von Saison zu Saison als Überlebenskünstler beweisen - unabhängig vom sportlichen Erfolg. Das ist, als würde in einer reichen Nation wie Deutschland die Hälfte der Bevölkerung Hunger leiden, 20 Prozent wären 2014 daran gestorben. Und jeder konnte im Vorfeld sehen, dass es so kommen würde.

Selbst wenn man den CVC-Gewinn herausrechnet, bleiben noch immer 900 Millionen Euro für die Teams. Doch das Problem ist bekannt: Der Verteilungsschlüssel schreit in seiner Ungerechtigkeit zum Himmel. Es wird sich mir wohl nie erschließen, warum nicht nur in der Formel 1 stets ausgerechnet denjenigen das Geld hinterher geworfen wird, die ohnehin schon mehr als genug haben, während diejenigen, die es bitter nötig hätten, nahezu gar nichts bekommen. Man mag einwenden: Haben die Teams nicht eigenhändig diesen Verteilungsschlüssel unterschrieben? Ja, nur Deutschland hat auch den Vertrag von Versailles unterzeichnet...

Fakt ist: Es muss sich etwas ändern, und zwar schnell! Natürlich können wir nicht dahin kommen, jemanden fürs Verlieren zu belohnen, doch die Verteilung der Mittel muss dringend fairer gestaltet werden. Eines ist offensichtlich: So eine Saison kann sich die Formel 1 nicht noch einmal erlauben. Und jeder weiß das. Deshalb: Bekommt endlich eure Hintern hoch! Zerreißt die alten Verträge und sorgt dafür, dass die Formel 1 nicht mit Vollgas in den Ruin fährt! Hört auf, den Motorsport kaputt zu richten!