Formel 1

Red Bulls Straf-Forderung am 14. Juni - Vom Test zum Urteil: So lief die Test-Gate-Affäre

Die Test-Gate-Affäre um Mercedes und Pirelli ist beendet. Motorsport-Magazin.com zeichnet den kompletten Ablauf des Geschehens nach, inklusive Red Bulls Antrag.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Am Freitag verkündete das Internationale Tribunal die Entscheidung in der Test-Gate-Affäre rund um Mercedes und Pirelli. Motorsport-Magazin.com zeichnet den kompletten Ablauf des Geschehens nach.

2. Mai: Mercedes-Technik-Direktor Ron Meadows erkundigt sich bei FIA-Rennleiter Charlie Whiting, ob die Möglichkeit bestehe, dass Mercedes mit einem 2013er Auto an einem Pirelli-Test teilnimmt. Am gleichen Tag erkundigt sich auch Ross Brawn bei Whiting. Der hält Rücksprache mit FIA-Anwalt Sebastien Bernard.

15. - 17. Mai: Nach dem Spanien GP testet Mercedes drei Tage lang neue Reifen auf dem Circuit de Catalunya. Kein anderes Team war anwesend oder über diesen von Pirelli organisierten Test informiert.

26. Mai: Am Rande des Monaco Grand Prix legen Red Bull und Ferrari Protest gegen den von Mercedes ausgeführten Test ein. Der Test könne einen Bruch des Sportlichen Reglements bedeuten. Auszug: "Angesichts der Wichtigkeit des ausgebübten Regelbruchs haben Red Bull und Ferrari das Recht, die Ausführung einer Untersuchung gegen die Aktionen von Mercedes AMG Petronas anzufragen."

5. Juni: Die FIA schickt Mercedes und Pirelli eine Mitteilung der Anklagepunkte per Brief und E-Mail. Darin enthalten sind laut des Reglements mögliche Strafen wie Geldstrafen, Verwarnungen und Ausschlüsse. Folgende Teams, die unmittelbar von der Entscheidung betroffen waren, wurden informiert: Ferrari, Marussia, McLaren, Red Bull und Williams.

12. Juni: Pirelli antwortet dem einberufenen Internationalen Tribunal auf das Schreiben. Darin enthalten ist eine Antwort, in der Pirelli jegliche Schuld von sich weist und darauf hinweist, von der FIA laut Reglement gar nicht bestraft werden zu können. Ein Verfahren gegen Pirelli sei unbegründet und die FIA müsse sämtliche Kosten in diesem Verfahren zahlen.

12. Juni: Mercedes antwortet auf das FIA-Schreiben, dass das Tribunal alle Anzeigen gegenüber Mercedes AMG fallen lassen solle.

14. Juni: Red Bull als dritte Partei schlägt dem Internationalen Tribunal schriftlich vor, Mercedes mit einer angemessenen sportlichen Strafe zu belegen.

15. Juni: Ferrari teilt dem Internationalen Tribunal seine schriftliche Stellungnahme mit. Die FIA behält sich vor, Inhalte aus dieser bekannt zu geben. Im Verlauf des Verfahrens werden unterschiedliche Anfragen der einzelnen Parteien eingereicht. Die Richter des Tribunals haben Einblick in sämtliche eingereichte Unterlagen und angefügte Dokumente.

20. Juni: Das Internationale Tribunal tagt im FIA-Hauptquartier am Place de la Concorde in Paris. Anwesend sind Vertreter von Mercedes, darunter Ross Brawn, der FIA sowie Pirelli. Nach mehr als sieben Stunden Verhandlung vertagt Richter Edwin Glasgow die Entscheidung auf den Folgetag.

21. Juni: Um 13:41 Uhr gibt das Internationale Tribunal seine Entscheidung bekannt. Mercedes erhält eine Verwarnung und wird vom Young Driver Test in Silverstone im Juli ausgeschlossen. Pirelli erhält ebenfalls eine Verwarnung. Die Kosten des Verfahrens werden zu je einem Drittel zwischen Mercedes, Pirelli und der FIA aufgeteilt.


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