Am meisten nagte an Sebastian Vettel nach dem Qualifying in Melbourne, dass er selbst in Q3 dafür gesorgt hatte, dass er Zeit verlor. Zwei Plätze weiter vorne hätte er sich schon gesehen, statt auf Position sechs also vielleicht auf Position vier. Allgemein wollte er aber nicht von einem Desaster sprechen. "Ich habe es mir nie erlaubt, daran gewöhnt zu sein, dass ich vorne starte. Das war immer etwas Besonderes. Jetzt stehen wir nicht vorne, aber auch nicht hinten, es ist kein Desaster. Wir hatten dieses Jahr noch kein Rennen, morgen kommt das erste. Es wird lang und hart für Autos sowie Fahrer, die wieder in den Rhythmus finden müssen. Ich freue mich auf das Rennen und hoffe darauf, ein paar Leute zu überholen", sagte Vettel.

Das Qualifying war für ihn eigentlich wie erwartet ausgegangen, da die Autos relativ dicht beisammen lagen und sich die Reihenfolge ständig änderte. Sein Fehler zu Anfang der letzten Runde von Q3 war dann zwar nicht ideal, aber die Pole hielt er nicht für möglich. "McLaren war heute außer Reichweite. Glückwunsch, sie waren echt schnell. Jetzt werden wir sehen, was wir morgen tun können", sagte Vettel. In Panik verfallen wollte der Weltmeister nicht, auch wenn McLaren schneller fuhr als er gedacht hatte - immerhin stand das Rennen erst am Sonntag an.

Keine überraschenden Überraschungen

Nicht überrascht war Vettel von der Überraschung Romain Grosjean. Der Deutsche hatte Lotus schon vor dem Wochenende als mögliche Herausforderer gesehen. "Voriges Jahr waren sie bei den ersten Rennen auch schnell. Wir werden sehen, wie die Saison weitergeht. Sie haben aber einen guten Job gemacht. Ich weiß nicht, was mit dem anderen Auto mit Kimi passiert ist. Aber wie gesagt, sie hatten das Potential für eine Überraschung. Mercedes hatten wir hingegen schon näher dran erwartet. Sie sahen schon gestern schnell aus, heute Morgen genauso und im Qualifying waren sie es dann auch", erklärte er und wunderte sich nur, dass Nico Rosberg nicht weiter vorne war.

Zum eigenen Team meinte Vettel, dass dort noch viel Potential vorhanden ist, da das Auto eigentlich noch nicht ideal abgestimmt wurde. "Wir hatten noch nicht die Zeit auf der Strecke. Es kommen mit Sicherheit noch Dinge. Da fehlt im Moment noch etwas die Balance, also das Verhältnis Vorder- zu Hinterachse. Wenn wir das hinkriegen, sollten wir ein bisschen schneller unterwegs sein", sagte er. Alleine schon deswegen war er nicht zufrieden, die Plätze fünf und sechs machten es nicht besser. "Wir müssen aber auf morgen warten. Sicher ist, wir müssen an der Balance des Autos arbeiten und versuchen, das zu verbessern."