Was hat das Team aus dem Singapur-GP gelernt?
James Allison: Auf den langsamen Kursen ist es viel schwieriger, präzise zu sagen, was an unserem Auto die Performance beeinflusst. Es ist uns auch nicht klar, warum Singapur bedeutend schlechter verlief als Monaco oder Ungarn. Wir wissen aus unserer Erfahrung Anfang des Jahres mit dem angeblasenen Diffusor, dass diese Strecken hinten viel mehr Abtrieb bieten - speziell bei einem hoch eingestellten Heck. Wir wissen, dass Slow-Speed-Strecken es erlauben, das Heck in allen Kurven etwas höher einzustellen und wir wissen, dass der hintere Abtrieb ein entscheidender Vorteil im Umgang mit der geforderten Traktion ist.
Im Gegensatz dazu performt der Auspuff besser, wenn die Fahrhöhe am Heck komprimiert wird - etwas, was in den mittelschnellen und schnellen Kurvenpassagen nicht zu vermeiden ist. Dieser Basis-Mechanismus ist vermutlich auch der Grund, warum wir auf Slow-Speed-Strecken an Konkurrenzfähigkeit einbüßen. Unser Auto reagiert sehr sensibel und verzeiht nicht die geringste, geometrische Abweichung. Uns scheinen die Probleme mit dem Heckflügel und dmn Unterboden auf den Low-Speed-Strecken noch stärker zu plagen als auf den Hochgeschwindigkeitskursen, wo wir weit besser aussehen.
Wird es LRGP gelingen die Probleme mit dem R32 in den Griff zu bekommen?
James Allison: Mit Sicherheit. Wir können alles so arrangieren, dass wir keines dieser Probleme beim R32 haben. Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist es viel schwieriger die zugrunde liegenden Probleme am R31 zu lösen.
Als nächstes steht der Japan-GP an - erwartest du, dass der R31 in Suzuka konkurrenzfähig ist?
James Allison: Ich erwarte, dass wir näher dran sind als in Singapur. In Suzuka gibt es nur zwei langsame Kurven und der Rest sind mehr fließende, schnelle Passagen, die dem R31 entgegenkommen. Ich wäre enttäuscht, wenn es im Qualifying beide Autos nicht in die Top-10 schaffen und wir damit nicht die Chance hätte, die Enttäuschung von Singapur wiedergutzumachen. Punkte sollten definitiv drin sein und wir brauchen gute Resultate, um vor Force India zu bleiben.
Welche Herausforderung stellt Suzuka dar?
James Allison: Suzuka zählt wie Spa zu den Klassikern in der Formel 1. Die Strecke ist bei den Fahrern sehr beliebt, da die S-Passage, die erste Kurve sowie die Kurve 130R ihnen einen Nervenkitzel bieten. Speziell die letzten beiden Kurven sind 2011 interessant. Man wird sehen, ob es im Qualifying jemand wagt dort mit aktiviertem DRS durchzufahren. Ein Regenrennen ist in Suzuka längst überfällig. Seit 205 hatten wir in jedem Jahr eine nasse Session, aber in den letzten zehn Jahren war es im Rennen stets trocken!

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