Rückblickend gab es beim Großen Preis von Belgien mehr Positives als Negatives, oder?
Eric Boullier: Sportlich hätte das Wochenende besser laufen können, denn ein Auto holte wenige Punkte, das andere gar keine – das reicht uns nicht. Insgesamt war es aber ein gutes Wochenende, wir hatten ein respektables Qualifying und Bruno stieg erfolgreich ins Cockpit. Das war viel versprechend und ermutigend für das Team – die harte Arbeit zahlte sich aus.

Hat sich in Spa die Stimmung im Team merkbar verbessert?
Eric Boullier: Die positive Stimmung setzte nach dem Qualifying ein, den jeder wusste, dass es für einen neuen Fahrer eine sehr große Herausforderung war. Es war ein gutes Zeichen, dass das Team nach dem Q2 und dem Q3 applaudierte – ich war sehr glücklich, das zu sehen. Das Lächeln auf den Gesichtern aller war sehr befriedigend.

Ihr dritter Fahrer Romain Grosjean hat die GP2 Serie gewonnen – auch das muss sehr zufrieden stellend gewesen sein?
Eric Boullier: Ja, er hat es auf die richtige Art und Weise geschafft, was sehr wichtig ist. Jetzt spricht jeder im Fahrerlager über ihn, er hat drei Rennen vor dem Saisonende den Titel gewonnen – das ist beeindruckend. Er hat in dieser Hinsicht gute Arbeit abgeliefert und ich glaube, dass er jetzt bereit ist für den Sprung in die Formel 1.

Müssen Sie die Arbeitsweise im Team ändern, nachdem Sie einen neuen Einsatzfahrer haben?
Eric Boullier: Ja, den jeder Fahrer ist anders. Alle haben verschiedene Charaktere mit anderen Eigenarten, man muss sich daran anpassen, je nachdem wer im Auto sitzt. Obwohl Bruno schon seit einigen Monaten Teil der LRGP Familie ist, ist die Ausgangslage als Einsatzfahrer eine ganz andere.

Wird es in Monza eine größere Auswirkung des "Bruno Effekts" geben?
Eric Boullier: Es ist schwierig, nach nur einem Rennen zu sagen, ob es am Fahrer oder dem Upgrade-Pakt gelegen hat. Monza sollte uns da klarere Anhaltspunkte verschaffen. Die Strecke ist schwierig, weil sie ein Setup mit wenig Abtrieb verlangt, es gibt schnelle Kurven und hohe Topspeeds. Nach den Fortschritten aus Spa bin ich aber optimistisch, dass wir auch in Italien ein gutes Wochenende haben werden.