Sebastian Vettel fuhr auf dem Circuit Spa-Francorchamps einen Start-Ziel-Sieg ein - sein erster Triumph auf der klassischen Strecke in den belgischen Ardennen. Mark Webber rundete mit Platz zwei das sensationelle Ergebnis für Red Bull Racing ab. Zwei Runden vor Schluss schnappte sich Jenson Button noch Fernando Alonso und sicherte sich Platz drei. "Jenson ist der Mann des Rennens. Er hat super von Platz 13 aufgeholt und hätte bei einem anderen Qualifying ganz vorne mitfahren können", lobte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Schumacher macht 19 Plätze gut

Sein schlechtes Qualifying machte auch Michael Schumacher Vergessen. Der Mercedes GP-Pilot fuhr in seinem Wohnzimmer von Startplatz 24 auf Rang fünf nach vorne, ließ damit sogar seinen Teamkollegen Nico Rosberg hinter sich. "Ein sensationelles Rennen von Michael Schumacher - vom letzten Startplatz auf Platz fünf - ein großartiges Ergebnis zu seinem 20. Jahrestag in der Formel 1. Mit Platz sechs rundet Nico Rosberg unser ansprechendes Teamergebnis hinter den drei Topteams ab - eine gute Leistung unserer Mannschaft", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Dieser überzeugte hingegen am Start als er zuerst Mark Webber und Felipe Massa hinter sich ließ, sich dann Lewis Hamilton und Polessetter Sebastian Vettel schnappte. Hamilton musste in den ersten Runden auch Massa vorbeiziehen lassen. Der Verlierer des Starts hieß allerdings Bruno Senna. Im Qualiying überzeugte der Lotus Renault GP-Pilot mit Platz sieben, doch nach einer Kollision mit Jaime Alguersuari am Start musste er an die Box, um sich einen neuen Frontflügel abzuholen. Alguersuari musste das Rennen beenden, da an seinem Boliden die linke Spurstange gebrochen war.

Senna bekam eine Durchfahrtsstrafe -
Senna bekam eine Durchfahrtsstrafe -Foto: Sutton

Senna selbst bekam für das Manöver gegen den Toro Rosso-Piloten eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Rosberg musste in der dritten Runde seine Führung an Vettel wieder abgeben. Mit einem gewagten Manöver ging Webber in der Eau Rouge an Alonso vorbei und lieferte sich die darauffolgenden Runden einen spannenden Dreikampf mit Alonso und Adrian Sutil. In Runde 11 kam Hamilton zum ersten Mal an die Box, Vettel hatte zu diesem Zeitpunkt bereits wieder Blasenbildung an seinen neuen, weichen Reifen.

Von diesem Problem war nicht nur Vettel betroffen, mehrere Piloten wie auch Fernando Alonso klagten während des Rennens über Blasenbildung am Vorderreifen. In Runde 13 löste ein heftiger Abflug von Hamilton eine Safetycar Phase aus. Im Kampf um Position vier versuchte Kamui Kobayashi an Hamilton vorbei zu gehen. Hamilton hielt dagegen, es kam zu einer Berührung und Hamilton krachte in die Streckenbegrenzung. Vettel nützte die Safetycar-Phase, um ein zweites Mal an die Box zu kommen.

"Ich weiß nicht wie das passiert ist. Ich bin plötzlich getroffen worden und dann war das Rennen vorbei. Wir waren heute nicht schnell genug für den Sieg, aber für das Podium hätte es gereicht", sagte der McLaren-Pilot. Bei dem heftigen Aufprall hatte sich der Brite nicht verletzt, doch im WM-Kampf ist es ein herber Rückschlag für ihn. "Die WM war sowieso nicht mehr in Sicht", nahm es der Brite gelassen. Die Rennstewards stuften den Vorfall als "normalen Rennunfall" ein.

An der Spitze hatte sich Vettel nach seinen Stopps wieder vorgekämpft, ebenso wie Michael Schumacher. Der Jubilar musste nach einem verpatzten Qualifying - aufgrund einer überdrehten Radmutter löste sich das Hinterrad und verursachte einen Unfall - von ganz hinten starten, lag aber zur Halbzeit des Rennens bereits auf Rang sieben. In Runde 22 bekam Sergio Perez eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, aufgrund einer Kollision mit Sebastian Buemi in der frühen Phase des Rennens.

Der Toro Rosso-Pilot musste wegen eines defekten Heckflügels das Rennen beenden und nur sieben Runden nach seiner Strafe muss auch Perez seinen Wagen abstellen. In Runde 30 begann die heiße Phase - Alonso bog als Erster der Spitzengruppe an die Box ab und zog harte Reifen auf, eine Runde später kam Vettel zu seinem letzten Stopp. In Runde 32 kamen Massa und Webber an die Box. Der schnellste Mann zu diesem Zeitpunkt war Reifenflüsterer Jenson Button, der allerdings eine Runde später an die Box abbog. Damit war der Weg frei für Vettels siebten Saisonsieg.