Ganz zufrieden konnte man bei Mercedes mit den Plätzen sieben und acht auf dem Nürburgring nicht sein. In Budapest hoffen die Silberpfeile daher auf Besserung. "Nach zwei Heimrennen in Folge geht es nun nach Ungarn. Ich fühle mich dem Rennen verbunden, denn ich werde nie vergessen, wie ich dort einen meiner WM-Titel gewonnen habe", erklärte Michael Schumacher im Vorfeld voller Vorfreude. "Außerdem erhielt ich in Budapest schon immer viel Unterstützung von meinen Fans", so der Deutsche.

"Hoffentlich können wir ihnen ein schönes Wochenende bieten", meinte Schumacher, der optimistisch in das Rennen gehen wollte. "Die kürzlichen Fortschritte mit unserem Auto stimmen mich zuversichtlich. Ich bin vom Einsatz des Teams und der Jungs in der Fabrik in England beeindruckt - sie legen stetig neue Entwicklungen nach", bedankte sich der Rekordweltmeister, der anfügte: "Ich freue mich auf Ungarn." So geht es auch Teamkollege Nico Rosberg, für den das Rennen in Budapest ein ganz besonderer Lauf wird. "Der Große Preis von Ungarn ist mein 100. Grand Prix, was irgendwie verrückt ist, wenn man bedenkt, dass mein Vater in seiner gesamten Karriere 114 Rennen bestritten hat", sagte der Wiesbadener.

Wohlverdiente Sommerpause steht vor der Tür

Stolzer Mercedes-Pilot - Nico Rosberg bestreitet am Sonntag seinen 100. Grand Prix, Foto: Sutton
Stolzer Mercedes-Pilot - Nico Rosberg bestreitet am Sonntag seinen 100. Grand Prix, Foto: Sutton

"Es ist eine schöne Zahl, aber die Statistik ist für mich nicht so wichtig", gab Rosberg an, der auch sportlich gesehen gerne nach Ungarn reisen wollte: "Ich mag den Hungaroring sehr und freue mich deshalb auf ein besseres Wochenende in Budapest als 2010, als ich leider nicht ins Ziel kam." Allgemein sei es wichtig, sich erneut ein bisschen zu verbessern. "Wir müssen an unserem Renn-Set-Up arbeiten - in Deutschland war mein Auto im Qualifying besser als im Rennen", stellte der Wahl-Monegasse fest und fügte hinzu: "Ich bin sicher, dass uns das gelingen kann und wir damit einen weiteren kleinen Schritt machen können."

Teamchef Ross Brawn freute sich, bei allem Tatendrang für den Auftritt in Ungarn, aber auch auf die danach anstehende Auszeit. "Mit dem Grand Prix in Budapest endet am kommenden Wochenende eine Reihe sehr anstrengender Wochen für das Team. Danach bietet die wohlverdiente Sommerpause der Mannschaft die Möglichkeit, ihre Akkus wieder aufzuladen", so der Brite. Den Kurs selbst beschrieb er als technisch sehr anspruchsvoll. Wichtig sei es, dort noch mehr Erfahrung mit den neuen Teilen zu sammeln. Gespannt war Brawn auch auf die Auswirkungen von DRS und KERS, da die Rennen in der Vergangenheit dort immer als arm an Überholmanövern galten.

Explizit auf Mercedes bezogen, versprach der Teamchef, dass man hart arbeiten werde, denn auch Brawn wusste: "Unsere Pace reicht noch nicht aus, um mit den Spitzenteams mitzuhalten." Sportchef Norbert Haug glaubte, dass in Ungarn vor allem Durchhaltevermögen sehr wichtig wäre. "Mit 70 Runden ist der Grand Prix lang und fordernd und normalerweise ist es in Budapest im August sehr heiß - was nach den letzten beiden Formel-1-Rennwochenenden sicher eine willkommene Abwechslung wäre", meinte der Schwabe. Ziel in Budapest sei es, weitere Punkte zu machen und die Position des Teams so zu stabilisieren.