Seit der Ankunft im neuen Fahrerlager von Silverstone beherrscht ein Thema jedes Gespräch: die Regeländerungen rund um den angeblasenen Diffusor. Nach langem Hin und Her kam die FIA am Samstagnachmittag zu dem Vorschlag, alle Regeländerungen rückgängig zu machen, sollten sich am Sonntag um 10:30 Uhr alle Teams einstimmig dazu bekennen.

Ross Brawn weiß jedoch nicht, ob es tatsächlich dazu kommen wird. "Es ist nicht einfach, eine Lösung zu finden", gestand er. "Ich weiß nicht, ob alle damit zufrieden sein werden, wenn wir wieder zu den alten Regeln zurückgehen." Wie Martin Whitmarsh zog er aus dem Regelchaos der vergangenen Tage eine Lehre: "Wenn wir es erst nächste Saison eingeführt hätten, hätten wir diese Probleme vermeiden können."

Gemeinsame Lösung gesucht

Jetzt stünden die Teams und die FIA vor einer schwierigen Situation. "Die Schwierigkeit bei Änderungen am Mapping während des Jahres ist, dass es unmöglich ist, eine ausgeglichene Situation zu haben." Gleichzeitig wisse ein Team nie, was das andere wirklich tue. "Die natürliche Paranoia in der Formel 1 bedeutet, dass immer jemand glaubt, der andere habe mehr als man selbst. Deswegen ist es so schwierig, das Thema zu lösen."

Red Bull fordert noch am Sonntag vor dem Rennen eine Lösung des Problems. Brawn geht davon aus, dass dies möglich ist und hoffentlich auch gelingt. Denn die nächsten Phasen wären Proteste und Berufungsverhandlungen, die langwierig und schädigend für den Sport wären. "Das ist kein einfacher Weg, wir müssen gemeinsam eine Lösung finden."