Kurz bevor in Silverstone das Anblasen des Unterbodens ohne Betätigung des Gases stark eingeschränkt wird, wäre es an der Zeit, das Konzept des angeblasenen Unterbodens einmal in einfachen Worten zu erklären. Renault-Technikdirektor James Allison hat sich daran versucht. "So wie ein Flugzeug Auftrieb generiert, wenn Luft über die geschwungene Oberfläche seiner Flügel streift, schafft ein Formel-1-Auto Abtrieb, indem ähnliche Formen einfach umgedreht montiert werden. Je schneller die Luft an den Abtrieb generierenden Oberflächen entlang gleitet, desto mehr Abtrieb wird erzeugt", sagte er.

Nun ist es so, dass einer der wichtigsten Teile des Autos zur Erzeugung des Abtriebs der Unterboden ist. Allison erklärte: "Seine geschwungenen Kanten und die geneigte hintere Oberfläche sorgen für rund 40 Prozent des Abtriebs am ganzen Auto. Die Formel-1-Designer verbringen viel Zeit damit, die Details der Form des Unterbodens zu verfeinern, um auch noch den letzten Tropfen Leistung heraus zu kitzeln."

So wie das Konzept funktioniert, ist es klarerweise vorteilhaft, wenn die Luft immer möglichst schnell über die Aerodynamik-Flächen gleitet und die Auspuffgase des Autos sind in den Kurven etwa sechs Mal so schnell wie das Auto selbst. "Wenn dieses Hochgeschwindigkeits-Gas an die Unterseite des Bodens geleitet werden kann, dann wird jener Teil des Unterbodens, der mit dem Auspuff in Verbindung steht, so viel Abtrieb produzieren, als wäre das Auto sechs Mal so schnell. Der zusätzliche Abtrieb, der produziert wird, ist enorm und kann die Rundenzeit des Autos um rund eine Sekunde pro Runde verbessern", sagte Allison. Das Problem ist eben nur, dass die Gase immer strömen müssen, um diesen Effekt auch dauerhaft zu generieren.