Mit den Plätzen 13 und 17 hatte HRT in Montreal etwas geschafft, was es in seiner jungen Geschichte noch nicht geschafft hatte und damit das bislang beste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren. Für Teamchef Colin Kolles ein kleiner Grund zum Feiern. "Es war ein tolles Rennen mit einem positivem Ende für das Team. Wir haben bei der Leistung und der WM-Position einen Schritt nach vorne gemacht. Das Team arbeitet sehr hart und das Ergebnis ist verdient. Die Fahrer machten einen guten Job und fuhren aggressiver, nachdem die Strecke trocknete. Wir müssen uns weiter verbessern und Platz zehn in der Meisterschaft anvisieren", sagte Kolles.

Beinahe am breitesten strahlte Tonio Liuzzi, der den 13. Platz erreicht hatte. Dass das Rennen verrückt gewesen war, kam ihm besonders entgegen und das gute Ergebnis lag nach seiner Meinung daran, dass seit Samstag alles richtig gemacht wurde. "Da hatten wir ein tolles Qualifying. Bei solchen Bedingungen [wie heute] muss man immer etwas riskieren, man muss zur rechten Zeit am rechten Ort sein, wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen und das Team arbeitete bei den Boxenstopps perfekt. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber das ist ein toller Startpunkt für die Zukunft", meinte der Italiener.

Überholen macht Spaß

Liuzzi räumte ein, dass auch die Updates ihren Teil beigetragen hatten, letztendlich sei aber bei nassen Bedingungen das Timing mit den Reifen am wichtigsten. "Die Boxenstopps waren gut, alles lief gut. Wir sind optimistisch, denn alle Updates funktionierten und jetzt müssen wir weiter pushen, damit wir in den kommenden Rennen mehr rausholen", berichtete er. Besonderen Spaß hatte Liuzzi gemacht, dass er andere Autos überholen konnte, vor allem auch eigentlich schnellere Autos. "Wir hoffen, das wird nicht unser bestes Saisonergebnis; wir wollen in Zukunft noch weiter vorne sein und werden dafür pushen."

Da mitmachen wird auch Narain Karthikeyan, der nach seiner Ansicht in Montreal im Nassen und Trockenen gut unterwegs gewesen war. "Ich wäre gerne etwas länger auf dem letzten Satz Intermediates geblieben; ich habe damit Tonio überholt, also hätte ich mit einer weiteren Runde noch etwas weiter vorne sein können", sagte er. Besonders überrascht war der Inder, als er bei seinem letzten Stopp Slicks bekam, ohne darüber informiert zu werden oder es zu bemerken. "Als ich rauskam, merkte ich zu spät, dass es Slicks waren, denn ich war auf der nassen Linie und rutschte sehr viel. Ich verlor dadurch viele Plätze. Abgesehen davon war es aber ein angenehmes Rennen, ich habe ein paar Autos überholt - D'Ambrosio und Glock - und ich freue mich sehr, das Rennen beendet zu haben."