Maro, was sagst Du zu dem Unfall von Sergio Perez?
Das ist schwierig zu sagen, auf jeden Fall ist er von der Linie abgekommen. Vielleicht hat er etwas am Lenkrad verstellt, war abgelenkt und ist dann von der Linie runter. Dann hat er Staub aufgesammelt und ist hinten links weggerutscht. Immerhin sind die Barrieren an der Unfallstelle wohl ziemlich gut. Es sieht aus, als ob sie eine Menge Energie aufgesaugt hätten.
Der Unfall hat auch das restliche Qualifying beeinflusst…
Maro Engel: Diejenigen, die im Q3 gepokert haben und später rausgefahren sind, haben etwas gelitten. Das ist besonders ärgerlich für Lewis Hamilton. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, früher auf die Strecke zu gehen und zu zeigen, was man kann und was man drauf hat.
Was sagst Du zu Nico Rosberg, der nach seinem Trainings-Crash wieder fahren konnte?
Maro Engel: Es ist phänomenal, dass Mercedes das Auto rechtzeitig hinbekommen hat. Da hat schon viel gefehlt. Es ist beeindruckend, dass sie das geschafft haben. Für ihn ist es natürlich auch schade, wie es in Q3 lief. Dabei sind sie früh raus und haben einen Reifenwechsel gemacht. Da waren sie aber eine halbe Runde zu spät dran, um die Runde reinzufahren. Dass in der letzten Runde nichts mehr ging, hat man bei allen Fahrern gesehen. Es ist auch extrem schwierig, wenn man sich nicht darauf einstellen kann und die Reifen nicht zu 100 Prozent warm sind.
Wie ist das im Kopf für die Fahrer?
Maro Engel: Ich denke, das kann man ganz gut verdrängen. Du fährst deine Outlap so schnell, wie du kannst - aber da hast du natürlich relativ wenig Grip. Erst auf der Hotlap pusht man ans Limit, ist aber nicht sicher, ob der Grip voll da ist. Diese Unsicherheit und das fehlende Vertrauen merkt man an den Rundenzeiten. Deshalb waren sie alle etwas langsamer.
Ist Sebastian Vettel wieder einmal der Favorit für das Rennen?
Maro Engel: Mit Sicherheit. Er hat beim Qualifying ja auch noch Reifen gespart. Wenn es zählt, bringt er immer seine Leistung. Außerdem kann Red Bull immer noch etwas zulegen. Der Schritt, den sie zwischen Q2 und Q3 gemacht haben, ist schon beeindruckend. Da haben sie noch mal sieben oder acht Zehntel gefunden.
Kann es sein, dass Red Bull am Anfang nicht alles zeigt?
Maro Engel: Der Verdacht liegt zumindest nahe. Es zeichnet sich ab, dass immer zwischen Q2 und Q3 nochmal ein richtiger Schritt kommt. Vielleicht hat Red Bull an diesem Wochenende Understatement gezeigt und die Konkurrenz verwirrt - vielleicht auch nicht. Vielleicht hatten sie doch nicht so viele Probleme, wie sie in der Presse haben verlauten lassen. Auf jeden Fall war es eine dominante Pole. Ein Fragezeichen steht von hinter Hamilton, ob er an die Vettel-Zeit herangekommen wäre.

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