Die unmittelbare Konkurrenz von Virgin wollte HRT beim Heimrennen in Barcelona angreifen, hieß es vorab - dieses Unterfangen gelang nicht. Vor den Landsleuten brachte man aber immerhin ein Auto ins Ziel, wenngleich Narain Karthikeyan dabei mit dem 21. und letzten Platz vorlieb nehmen musste. Nach einem schwachen Freitag und der knappen Qualifikation am Samstag, waren die fünf Runden Rückstand auf die Spitze im Ziel keine große Überraschung. "Das war heute ein sehr hartes Rennen. Die Reifen haben stark abgebaut und besonders die Hinterreifen haben es mir sehr schwer gemacht", sagte Karthikeyan.

"Die ersten Runden waren noch in Ordnung, doch dann fing das Heck wirklich an Probleme zu machen", so der HRT-Fahrer. Ungewöhnlich: Auch mit seinem Sitz hatte der Inder Probleme. "Ich habe mir den Rücken verbrannt und teilweise war der Schmerz unerträglich", erklärte der tapfere HRT-Pilot nach dem Rennen. Vor heimischem Publikum wollte er unbedingt durchhalten. "Positiv ist, dass wir das Rennen beendet haben", so Karthikeyan, der weiter Ursachenforschung in puncto mangelndem Renn-Speed betreiben wollte. "Wir dachten, wir würden uns dieses Wochenende hier verbessern, aber das war nicht der Fall. Das Qualifying war gut, aber die Geschwindigkeit im Rennen war es nicht", meinte der Inder enttäuscht.

Liuzzi sah die Zielflagge nicht

Unzufrieden war auch Teamkollege Vitantonio Liuzzi. Er sah die Zielflagge nicht. "Ich hatte einen tollen Start und habe, wie schon bei den letzten Rennen, einige Autos in der ersten Kurve überholt. Alles lief gut und die Balance des Autos war auch zufriedenstellend. Ich war vor beiden Virgins und zog im ersten Stint davon", meinte Liuzzi, der darin zumindest zeitweise den erhofften Aufwärtstrend bestätigt sah. Dann bekam er jedoch Probleme beim Hochschalten und musste das Auto letztlich ganz abstellen. "Das war wirklich eine Schande, denn ohne dieses Problem hätten wir wirklich mit Virgin kämpfen können", so der HRT-Pilot.

Dass sein Teamkollege angekommen sei, sei in Bezug auf das Sammeln von Daten wichtig gewesen. Liuzzi stellte aber auch klar: "Es ist nun an der Zeit über das Rennfahren nachzudenken und nicht nur darüber, irgendwie anzukommen." Beistand erhielt er von Teamchef Colin Kolles, der den guten Start des Italieners lobte. "Er hat sich Runde für Runde verbessert. Leider haben wir nach dem ersten Stopp dann Druck verloren und einen Getriebeschaden erlitten", so der HRT-Chef. "Tonios Start ist aber dennoch ein Beweis, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben und uns mit unseren Rivalen auf der Strecke messen können", meinte Kolles optimistisch.