Es war ein schwerer Schlag für Renault, als sich Robert Kubica im Februar bei einer Rallye verletzte, Renault-Teamchef Eric Boullier meint nun aber, dass sein Team wieder nahe dran ist, jene gute Chemie zwischen Fahrern und Team herzustellen, die für Siege nötig ist. Dafür macht er weniger die zwei Podestplätze durch Vitaly Petrov und Nick Heidfeld bei den ersten Saisonrennen verantwortlich, sondern einfach die Tatsache, dass Team und Fahrer nun wieder an sich glauben, nachdem es aufgrund von Kubicas plötzlichem Ausscheiden doch Zweifel gegeben hatte.
Gleichzeitig wollte sich Boullier aber nicht öffentlich dazu hinreißen lassen, darüber zu sinnieren, was gewesen wäre, wenn Kubica fahren hätte können. "Mit dem Wort 'wenn' wäre ich Weltmeister... also will ich nicht darüber nachdenken", sagte der Teamchef laut Autosport. Er verwies lieber darauf, dass man Petrovs Fortschritte nicht unterschätzen sollte. "Mein Job ist es, dass sich die Fahrer gut fühlen und von Jahr zu Jahr besser werden - damit man diese Leistungsspitze erreicht. Mental ist es für sie sehr wichtig, dass sie das Gefühl haben, mehr zu können und dass das Team da ist, um sie zu unterstützen und ihnen die nötigen Werkzeuge in die Hand zu geben."
Die positive Spirale
Daher sei es wichtig, als Team die richtige Umgebung zu schaffen und die Fahrer in eine Lage zu versetzen, in der sie ständig mehr und mehr zeigen können. Kubica sei in dieser positiven Spirale gewesen, bei Petrov habe man das auch geschafft, wobei es bei ihm als Rookie im Vorjahr ein wenig Zeit gebraucht habe. "Ich denke, jetzt liefert er die gewünschten Leistungen, auch wenn er noch Fehler macht. Was Nick betrifft, so war er in einer anderen Ausgangssituation. Daher müssen wir ihn in diese positive Spirale holen. Das wird nicht in ein paar Tagen passieren. Mit Erfahrung kann er schneller als Vitaly sein, aber wir brauchen Zeit, um die letzten Zehntel rauszuholen", sagte Boullier.
Dabei drehe sich alles um eine gemeinsame Teamleistung, also müsse das Team pushen, der Fahrer pushen und sich alle gegenseitig pushen. "Man muss diese Balance halten, aber sie ist sehr zerbrechlich." Vorerst ist Boullier überzeugt, dass sich durch die guten Leistungen alles nur verbessert, denn der Glaube sei wichtig. "Vitaly machte das in Q3 in Melbourne und das war gut für sein Selbstvertrauen, denn er war auf sich gestellt - er vertrat das Team und er zeigte Leistung. Für beide Fahrer ist es wichtig, das zu tun, denn sie wissen dann, dass sie es können. Wir können die Ziele danach höher ansetzen und Schritt für Schritt ein höheres Niveau erreichen."

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