Nach zwei Rennen mit KERS, DRS und Pirelli-Reifen ziehen die Teamchefs ein positives Fazit. Im Fahrerlager ist man sich einig, dass das neue Reglement den Entertainment-Level 2011 erhöht hat. "Ich halte das Reglement für gut", erklärte Lotus Renault-Teamchef Eric Boullier. "Wenn man ein echter Racer ist, wovon ich ausgehe, dass ich es bin, dann ist es großartig, wenn die Autos ans Limit gehen und sich das eine oder andere Mal berühren."

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali fügte hinzu: "Die Fans lieben es wie sich der Heckflügel öffnet und wieder schließt und wie die Piloten näher an den Gegner herankommen und danach um Positionen kämpfen." Die Teamchefs sind sich durchaus bewusst, dass nicht alle neu eingeführten Elemente immer ihre volle Wirkung zeigen können. So hätte der bewegliche Heckflügel in Australien nichts gebracht, dafür aber in Malaysia und auch in China erwarten sich die Teams Vorteile durch DRS.

"Malaysia war kein schlechtes Rennen. Ich denke, DRS und die Reifen haben dazu beigetragen", sagte Martin Whitmarsh. Für den McLaren-Teamchef hat Pirelli einen sehr guten Job gemacht. "Pirelli kamen in die Formel 1 ohne viel testen zu können, von daher müssen wir ihnen gratulieren. Einzelne Fahrer beschweren sich über einzelne Reifen, aber Fakt ist, dass die Reifen kein Sicherheitsrisiko darstellen. Sie machen das Leben den Teams etwas schwerer, aber erhöhen auch das Spektakel", so Whitmarsh. Der gleichen Meinung ist auch Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Die unterschiedlichen Strategien bringen seiner Ansicht nach frischen Wind in die Formel 1. "Die Reifen bringen etwas Neues und Aufregendes in das Rennen", meinte Horner. Die Kritik, dass die Fans durch die vielen Boxenstopps die Übersicht verlieren würden, wollte er nicht kommentieren. "Ich bin die falsche Person. Man ist so versunken in das eigene Rennen, dass man das Rennen als Gesamtes nicht mitbekommt", erklärte Horner. Domenicali fügte hinzu: "Ich denke, dass es für die Fans nicht einfach ist zu verstehen, was auf der Strecke vor sich geht, aber so ist es nun einmal. Das ist Teil des Spiels. Wir brauchen uns in diesem Punkt nicht zu entschuldigen."