Für Eddie Jordan führt der Weg zum Titel 2011 nur über Red Bull und Ferrari. Was die Fahrer betrifft, will er sich jedoch nicht auf einen reinen Zweikampf beschränken. Mark Webber und Felipe Massa räumt der Ex-Teamchef durchaus Chancen ein. Eine Leistungssteigerung müssten für den großen Wurf allerdings alle Fahrer hinlegen.

"Die Frage ist doch: Was machen Massa und Webber? Man darf die Teamkollegen nicht vergessen. Alle reden nur über Alonso und Vettel, aber es wird mit den Stallgefährten 2011 einen Unterschied geben. Ich glaube nicht, dass sie einfach so Ergebenheit schwören werden", meinte der Ire gegenüber der BBC. "Ich glaube Massa kommt wieder raus und drückt seinem Leben wieder selbst den Stempel auf. Und gleiches gilt auch für Webber", sagte Jordan.

Der Australier sei was die Leistung betrifft Ende letzten Jahres etwas ins Hintertreffen geraten. "War es die Schulter?", meinte Jordan. "Wir wissen es nicht. Das wird alles erst in Australien herauskommen und das wird dann das große Barometer für die Saison", sagte der Ire und fügte hinzu: "Wenn Webber seine Positon als Weltmeisterschaftsaspirant wirklich unterstreichen will, muss er in Australien aber einfach ein anderes Rennen abliefern, als letztes Jahr."

Nicht immer ist seine Meinung so gefragt - Eddie Jordan kritisiert gerne., Foto: Sutton
Nicht immer ist seine Meinung so gefragt - Eddie Jordan kritisiert gerne., Foto: Sutton

Verbesserungspotential sah Jordan auch bei Ferraris Felipe Massa. Nach wie vor sah Jordan den Unfall von Massa 2009 in Ungarn als Grund für dessen schwächere Leistungen 2010. "Der Crash in Ungarn hatte in jedem Fall Auswirkungen - er hemmt ihn und wenn nur unterbewusst, aber es ist einfach da", erklärte der Ire. "Ich glaube auch nicht, dass ein Unfall einen besser macht, wie ja einige Leute sagen", so der ehemalige Teambesitzer. Auch Massas Umfeld sei nicht einfach, ließ Jordan verlauten: "Das ist schon ein sehr anderes Team. Ferrari ist eine Religion, geführt von Luca di Montezemolo. Und obendrein wird auch Alonso wieder sehr stark sein."

Laut Jordan gibt es aber auch bei Ferrari Dinge, die weniger rund laufen. "Pat Fry hat nicht ganz das abgeliefert, was er noch bei McLaren leisten konnte", meinte der Ire beispielsweise. Probleme sah er auch auf die Konkurrenz zukommen. "Mercedes ist vom heutigen Standpunkt aus zu schlecht. Es wird ohnehin für jeden sehr schwer Erfolg zu haben. Ganz zu schweigen davon, wenn es darum geht Rennen zu gewinnen", lautete die düstere Prognose für die Verfolger der Top-Teams.

Nach all der Kritik hatte Jordan aber auch noch Lob übrig. Kein Geringerer, als Sebastian Vettel durfte sich den Ritterschlag abholen. "Vettel ist eine natürliche und neue Sorte Fahrer: Ganz lässig von seiner Herangehensweise. Er ist so unterschiedlich zu dem, was wir von Michael Schumacher mit einem anderen Deutschen gewohnt waren", meinte Jordan mit einem Augenzwinkern.