Mark Webber hatte jahrelang das Nachsehen. 2010 war er mit Red Bull etwas näher am Titel, bis sich sein Teamkollege durchsetzte. Dennoch ist er nicht frustriert: "Ich bin darüber hinweg. Das Leben geht weiter und ich bereue nichts. Es war ein unglaubliches Jahr. Sebastian holte sich den Titel, aber er hat es auch wirklich verdient. Auch Fernando (Alonso) fuhr mit seinem Wagen ziemlich gut und auch ich hatte einige spezielle Momente. Ich hatte wirklich viele unglaubliche Momente, aber natürlich habe ich nicht den Jackpot gewonnen. Aber ich bin trotzdem sehr stolz und will mich in diesem Jahr definitiv verbessern."

Nach einem eher ruhigen Start in die Vorsaisontests ist er trotzdem optimistisch und will sich verbessern: "Ich möchte einfach jedes Rennen beenden und das ist durchaus im Rahmen des Möglichen. Ich habe schon vieles richtig gemacht, die Verbesserungen haben nur noch einen kleinen Spielraum." In einem Team mit zwei Titelkandidaten scheint ein jedes Wort mehr Wert zu haben. Webber hat daraus gelernt: "Es war eine neue Situation für uns, denn wir gaben plötzlich die Pace vor. Schlussendlich war die Saison sehr erfolgreich für unser Team. Natürlich hätte ich die andere Variante bevorzugt, aber es kam eben anders. Ich denke noch immer, dass auch ich die Möglichkeit hatte, Weltmeister zu sein. Aber ich habe es auf der Strecke einfach nicht geschafft."

Die Beziehung zu Sebastian Vettel wirkte von Außen recht eisig. Aber es hat sich einiges geändert: "Im Moment ist unsere Beziehung ziemlich gut. Wir standen auch über den Winter in Kontakt, nicht allzu viel, aber ich würde sagen genug für einen guten Start in die Saison. Ich bin nicht dumm und weiß, dass Harmonie im Team wichtig ist und die Fahrer dabei eine wichtige Rolle spielen. Wichtig ist, dass wir das Team nicht destabilisieren." Doch so schlecht kann das Verhältnis nicht sein, denn Webber war nach Abu Dhabi mit Vettel auf einer Party-Tour in Salzburg und Milton Keyes unterwegs. "Das war ziemlich hart. Als Profi musst du halt professionell sein und auch in diesem Sinne musste ich professionell sein", meinte er lächelnd.

Webber ging bekanntlich auch unter die Autoren. In seinem Buch erwähnte er seine gebrochene Schulter: "Die Fans sind sauer auf dich, wenn du nichts sagst und dann sind sie wieder sauer, wenn du was sagst. Am Ende kannst du nur verlieren. Es war nur eine Zeile im Buch, in der stand, was passiert war und die Leute machten ein großes Aufsehen daraus, obwohl es gar nicht so wichtig war. Es war eine irreale Reaktion."