Seit geraumer Zeit geistert ein Begriff durch die Boxengasse der Formel 1, den keiner der Betroffenen gern hört: Bezahlfahrer. Also ein Pilot, der sein Cockpit weniger dank seiner fahrerischen Fähigkeiten, als vielmehr aufgrund von potenten Sponsoren erhält.
Einer, der sich diesen Vorwurf wohl häufiger gefallen lassen muss, ist Sergio Perez. Der 21-Jährige feiert in diesem Jahr sein F1-Debüt für Sauber an der Seite von Kamui Kobayashi. Perez kommt nicht als unbeschriebenes Blatt in die Königsklasse, sondern immerhin als GP2-Vizemeister.
Trotzdem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass das mexikanische Telekommunikationsunternehmen Telmex einen gehörigen Anteil daran hatte, dass Perez in die Oberklasse des Formelsports aufsteigt.

Telmex pumpt seit geraumer Zeit eine Menge Geld in den Mexikaner, um dessen Motorsport-Karriere voranzutreiben. Geld, über das sich offensichtlich jetzt auch Peter Sauber freuen darf: Der in Valencia präsentierte C30 ist mit zahlreichen Logos mexikanischer Unternehmen geschmückt. Zum Vergleich: Beim Vorjahres-Rollout hielten sich die Geldgeber noch arg in Grenzen, das Sauber-Weiss dominierte den Boliden.
Im schweizerischen Hinwil freut man sich verständlicherweise über den Geldsegen. "Ein Team kann nie zu viele Sponsoren haben", gab Managing Director Monisha Kaltenborn zu. "Das hat aber nicht nur mit dem Fahrer zu tun, sondern auch mit Telmex, die uns auch vorher in Mexiko unterstützt haben", entgegnete sie angesichts der Bezahlfahrer-Vorwürfe: "Das ist der Anfang. Und mit diesem starken Partner werden weitere hinzukommen - egal aus welchem Land."
Perez selbst bleibt scheinbar gelassen. "Ich kümmere mich nicht darum, denn ich weiß, warum in der Formel 1 fahre. Es ist normal, dass manche Menschen mich als Bezahlfahrer bezeichnen, weil ich eine Menge Unterstützung aus meiner Heimat habe. Aber wenn man, wie ich, gute Ergebnisse beispielsweise in der GP2 abliefert, sollte man doch eine Chance bekommen."
"Ich bin stolz auf mich und stolz darauf, dass sich mein Heimatland für mich interessiert und mich unterstützt", fügte der Youngster hinzu: "Deshalb haben wir gute Sponsoren im Team."
Dass die Vorwürfe den jungen Mann allerdings nicht völlig kalt lassen, spürt man schnell. Ich musste eine Menge opfern, niemand hat mir etwas geschenkt", erzählt Perez aus seiner Jugendzeit. Man erhält den Eindruck, er wolle sich für seine jetzige Situation rechtfertigen. "Meine Familie hat kein Geld, ohne Hilfe hätte ich nicht mal in der Formel BMW fahren können."
Mit 15 Jahren musste der F1-Neuling laut eigener Aussage seine Heimat verlassen, seine Kultur und alles drum herum ändern, "um für meinen Traum zu kämpfen, in der Formel 1 zu fahren."
Dieser Traum ging für Perez in dieser Saison mit seinem Engagement bei Sauber in Erfüllung. Der beste Weg - das weiß auch Perez - seine Kritiker Lügen zu strafen, sind überzeugende Leistungen auf der Rennstrecke. Schon bald wird sich zeigen, ob er das Zeug dazu besitzt.



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