Kamui Kobayashi war eine der positiven Überraschungen der vergangenen Saison. In seinem Debüt-Jahr für Sauber in der Formel 1 begeisterte der Japaner mit teilweise spektakulären Überholmanövern und seiner erfrischenden Art, ein Rennen zu bestreiten. Am Ende konnte der 24-Jährige überaus zufrieden sein: dank 32 eingefahrenen Punkten sprang Platz zwölf in der Gesamtwertung heraus.

War Kobayashi in seinem ersten Sauber-Jahr noch der Rookie, übernimmt er nun schon die Führungsrolle im Team von Peter Sauber. Die ehemaligen erfahrenen Teamkollegen Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld mussten sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Mit GP2-Vize-Champion Sergio Perez wurde Kobayashi ein F1-Neuling zur Seite gestellt.

"Ich habe eine neue Rolle eingenommen", erklärte Kobayashi am Rande der Präsentation des neuen C30 in Valencia. "Ich muss bereit sein, die Führungsrolle im Team zu übernehmen. Deshalb hat mich Peter Sauber für diese Saison ausgewählt."

Kamui Kobayashis neuer Renner: der C30, Foto: Sauber
Kamui Kobayashis neuer Renner: der C30, Foto: Sauber

Angesprochen auf seine unbekümmerte Fahrweise entgegnete Kobayashi unaufgeregt: "In meinem ersten Rennen hatte ich ein paar Überholmanöver. Für mich war das normal, nichts Besonderes. Es ist eben die Art, wie ich fahre."

Als Rookie sei natürlich schwer, zu überholen. Aber sein Selbstvertrauen habe ihm geholfen, solche Manöver zuversichtlich anzugehen. Diese Unbekümmertheit hat dem jungen Japaner bereits zu einem guten Ruf in der Königsklasse verholfen, Fahrerkollegen schätzen ihn. Mit dem neuen Arbeitsgerät und der Rolle des gereiften Fahrers will Kobayashi auch in der anstehenden Saison wieder voll angreifen.

Nur eines stört offenbar ein wenig: der manuell verstellbare Heckflügel, eine der Neuheiten 2011. "Der Flügel stellt eine schwere Aufgabe für den Fahrer dar", gab Kobayashi zu: "Wenn er funktioniert, ist er gut. Aber wenn etwas passiert, kann es sehr gefährlich werden."

Doch Heckflügel hin oder her - der Sauber-Pilot wird auch 2011 garantiert wieder Vollgas geben, um die F1-Zuschauer in anerkennendes Staunen zu versetzen.