Der erste Korea Grand Prix war an Action, Dauerregen, Hochspannung, Dramatik und Tränen kaum zu überbieten. Besonders für Red Bull Fans schien das Drama perfekt. Während Mark Webber seine WM-Führung mit einem spektakulären Abflug in der 19. Runde verspielte, explodierte zehn Runden vor Schluss beim Führenden Sebastian Vettel der Renault-Motor. Und das unter Jubelschreien und Applaus des Ferrari- und McLaren-Teams.

In Bezug auf den Kampf um die Weltmeisterschaft waren es tatsächlich Ferrari und McLaren, die am meisten von den Problemen bei Red Bull profitierten. Nachdem Peter Sauber die Freudenfeiern auf den Monitoren sah, sagte er: "Das waren Szenen, die mir gar nicht gefallen." Der 67-Jährige war entrüstet, als die Jubelfeiern im Ferrari- und McLaren-Lager angestimmt wurden, nachdem diese den Ausfall der beiden Red Bull Piloten bemerkt hatten. "Sehr unsportlich", äußerte Sauber gegenüber Blick.

Bei Red Bull hat man nach diesem Wochenende noch ein weiteres Problem: Webber liegt zwei Rennen vor Schluss 11 Punkte hinter Korea-Sieger Alonso, bei Vettel sind es sogar 25. Bei McLaren-Mercedes muss seit gestern nicht mehr gerechnet werden, denn Weltmeister Jenson Button, der mit blockierenden Bremsen nur Zwölfter wurde, kann die Titelverteidigung fast vergessen, auch wenn er das selbst noch nicht wahrhaben will. Teamkollege Lewis Hamilton ist nach seinem zweiten Platz wenigstens noch im Rennen. 21 Zähler Rückstand auf Alonso.