Formel 1

Rotation ist gefragt - 20 Rennen: Zerreißprobe für Teammitglieder

Ottmar Hitzfeld könnte in der Saison 2011 auch in der Formel 1 gefragt sein. Die gestiegene Anzahl an Rennen verlangt nach einem Rotationsprinzip.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die aktuelle Formel-1-Saison ist noch nicht vorbei, da steht bereits fest: 2011 wird die längste Saison der F1-Geschichte! 20 Rennen sind geplant. Das wirft für die Teams viele Fragen auf. Etwa: Müssen alle 20 Rennen mit nur acht Motoren pro Fahrer bestritten werden?

"Wenn man es mit 8 Motoren tun muss, dann muss man es probieren", bleibt Norbert Haug ruhig. "Es ist auch eine Geldfrage. Aber ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden können. Es ist kein kritisches Thema."

Ganz anders sieht es bei der Belastung der Teammitglieder aus. Zwar bleibt die August-Sommerpause erhalten, aber dafür gibt es gleich vier back-to-back-Rennen mit zwei Rennen innerhalb einer Woche - und natürlich 20 statt 19 Rennen.

Alle haben Familien und wenn sie 20 Rennen im Jahr weg sind, ist das viel Zeit fern von zuhause.
Ross Brawn

"Wir rotieren unsere Mechaniker", verrät Ross Brawn. "Es ist nicht so einfach, wie zu Zeiten der Testteams, da konnten wir immer Leute als Ersatz heranziehen, wenn jemand krank oder verletzt war." Brawn geht aber davon aus, dass man für die Mechaniker eine akzeptable Lösung finden wird. Viel schwieriger sieht es bei den Ingenieuren aus.

"Sie haben eine sehr enge Beziehung zu den Fahrern", erklärt Brawn. "Wir müssen ihre Arbeitslast an der Strecke und in der Fabrik überdenken." Denn eins steht für den Mercedes-Teamchef fest: Das Team möchte mehr Rennen, da sie gut für die Formel 1 seien. "Aber wir erreichen eine kritische Phase für die Leute. Alle haben Familien und wenn sie 20 Rennen im Jahr weg sind, ist das viel Zeit fern von zuhause. Aber wir werden eine vernünftige Lösung finden."

Zumindest für die Angestellten. "Leider müssen Norbert und ich zu allen Rennen reisen", scherzt Brawn. "Für uns ist ein zusätzliches Rennen weniger Stress als für die Mechaniker", fügt Haug an. "Die Jungs, die hart in der Box arbeiten, alles aufbauen, für sie ist es eine zusätzliche Herausforderung."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter