Hockenheim war ja nicht gerade ein glückliches Wochenende für mich. Nach dem Crash in der ersten Runde mit meinem Teamkollegen Jaime Alguersuari, der mir reingefahren ist, war ich ja gleich draußen. Aber es war intern kein großes Drama. Wir haben das im Meeting diskutiert, jeder hat seine Meinung gesagt - und dann war die Sache erledigt. Er hat halt ziemlich spät gebremst, dann haben seine Räder blockiert und dann konnte er auch nichts mehr machen.

Es bringt nichts, über so etwas dann noch lange zu diskutieren oder sich zu ärgern. Man kann es ja sowieso nicht mehr ändern. Man muss sich einfach so schnell wie möglich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren. Nach meinem frühen Aus habe ich die Gelegenheit gehabt, das ganze Rennen zu sehen, auch die ganze Geschichte um Ferrari. Ich finde persönlich, dass es da gar nicht so viel dazu zu sagen gibt. Manche Teams sind eben der Meinung, dass man so agieren sollte, manche lehnen es ab.

Massa musste Alonso vorbei lassen, Foto: Sutton
Massa musste Alonso vorbei lassen, Foto: Sutton

Tatsache ist jedenfalls, dass es auch durch Regeln kaum zu verhindern ist, wenn ein Team es wirklich machen will, dann gibt es immer Möglichkeiten. Wie man da jetzt in der Zukunft weitermacht, ob man den Paragraphen wirklich beibehalten kann und soll, das muss jetzt die FIA entscheiden. Ich persönlich habe das Gefühl, dass das ein Kampf ist, den man am Ende nicht wirklich gewinnen kann. Aus Fahrersicht muss ich sagen, dass ich so eine Situation selbst noch nie erlebt habe in meiner Karriere - weder, dass ich einmal hätte jemanden vorbeilassen sollen noch umgekehrt, dass mir durch eine Teamorder geholfen wurde.

Insofern ist es für mich sehr schwierig zu sagen, wie ich mich verhalten würde, gerade, wenn man von mir verlangen würde, jemanden vorbeizulassen. Da muss man die jeweilige Situation kennen, auch die vertragliche - das wäre ganz entscheidend. Aber zumindest glaube ich umgekehrt, dass man so einen Sieg, wie jetzt eben Alonso, schon letztlich mitnimmt wie jeden anderen auch. Drei Rennen später fragt sowieso keiner mehr danach, was passiert ist.

Neue Teile

Hier in Ungarn hoffe ich jetzt, dass wir insgesamt etwas besser aussehen als zuletzt. Die Strecke sollte der Charakteristik unseres Autos etwas besser entgegenkommen. Sie ist langsam, der F-Schacht sollte keine so große Rolle spielen. Dann sind wir auch mit ziemlich weichen Reifen unterwegs, auch damit sollten wir ganz gut zurecht kommen. Außerdem haben wir auch zwei oder drei neue Sachen am Auto, die wir am Freitag testen werden. Mal sehen, was die bringen.

Aber ich hoffe schon auf eine bessere Performance als zuletzt in Hockenheim. Ob es reicht, um wieder in den Bereich der Top-10 zu kommen, muss man freilich abwarten. Nach den beiden freien Trainings sieht man da am Freitag Abend hoffentlich schon klarer. Ein bisschen erinnert mich der Hungaroring von seiner Charakterisitk her sogar an Monaco - nur das halt die Mauern fehlen. Aber es gibt eben auch sehr viele langsame Ecken, dazu ist es sehr wellig.

Einmal im Jahr fahre ich hier wirklich gerne, es ist einfach mal ein bisschen was anderes als die meisten anderen Strecken, ein bisschen Abwechslung. Dadurch, dass es so eng ist und man wirklich fast nicht überholen kann, wird das Qualifying natürlich noch wichtiger als sonst. Wobei die Strecke ziemlich kurz ist, was bedeutet, dass gerade im Q1 eine Menge Verkehr sein wird. Bei so vielen Autos muss man da dann schon ein ganz genaues Timing haben, um eine freie Runde zu erwischen.

Im Q2 sollte es dann allerdings schon deutlich besser sein. Unseren Vorteil, dass wir normalerweise im Rennen besser sind als im Qualifying, werden wir hier nur schwer ausspielen können - aber meine Hoffnung ist, dass es mit den superweichen Reifen hier auch im Qualifying ganz gut laufen könnte. In Valencia sind wir mit diesem Reifentyp auch gut zurecht gekommen.