Er war mit seinem Material zufrieden, musste Mark Webber nach dem Qualifying in Hockenheim als erstes feststellen, nachdem er fünfeinhalb Zehntelsekunden und drei Plätze hinter Sebastian Vettel auf Startposition vier gelandet war. Seinen Rückstand schrieb er einzig und alleine sich selbst zu, da er am Ende eines engen Qualifyings bei seinem letzten Run einen Fehler in Kurve eins machte, auf den Kerb kam und nach außen getragen wurde. "Dafür habe ich den Preis bezahlt und verpasste vielleicht die erste Reihe - Platz drei habe ich aber sicher verloren. Jetzt bin ich erstmals seit langem nicht in Reihe eins, freue mich aber auf das Rennen morgen."

Das lag alleine schon daran, dass für ihn jeder in den Top Fünf oder Sechs ein starker und harter Fahrer ist. Dass Ferrari wieder so weit vorne mitmischte, überraschte den Australier nicht. "Sie waren schon in Silverstone sehr schnell, hatten in der ersten Runde aber kein Glück. Ich denke, sie werden auch nächste Woche schnell sein. Ich ging diese Woche in mein Pub und jemand hat mich gefragt, auf wen man Geld setzen soll, da die Quoten alle recht ähnlich waren. Ich meinte, er soll in Budapest auf Alonso setzen, aber vielleicht liege ich falsch, vielleicht gewinnt er morgen."

Keine Reifenprobleme zu erwarten

Überholen ist für Webber auf dem Hockenheimring jedenfalls nicht ausgeschlossen, dafür erwartete er trotz des großen Abstands zwischen den beiden Reifenmischungen - es gibt superweich und hart - keine Schwierigkeiten mit den Gummis. Auch keine weiteren Probleme erwartete er mit den Stewards, bei denen er nach dem Qualifying kurz vorbeischauen musste, weil seine Inlap in einem Sektor zu langsam gewesen war. "Das passierte, weil ich Leute durchließ, um niemandem die Runde zu zerstören - vor allem bei Rubens ging ich nach innen und bremste stark, damit er eine saubere Linie bekam. Ich wurde gefragt, warum ich so langsam war und ich sagte, dass ich viele Leute vorbeiließ", sagte Webber, der eine Verwarnung kassierte.

Ein wenig Hoffnung für Sonntag brachte ihm das GP2-Rennen am Samstag nach dem Formel-1-Qualifying, denn beim Start hatte er gesehen, dass die Piloten auf beiden Seiten der Aufstellung gut wegkamen. "Vielleicht läuft es wieder wie in Silverstone", sagte er in Anspielung darauf, dass die Autos dort auf der vorher vermeintlich schlechteren Spur besser wegkamen. "Ich glaube zwar nicht, dass ich den Start gewinne, aber es könnte ausgeglichen sein und das wäre gut." Mit einem leichten Irrglauben musste Webber auch aufräumen. So war er nicht der Ansicht, dass McLaren in Deutschland Probleme hat. "Es ist vorne nur sehr eng. Das musste so kommen, auf einer Strecke mit so einem Layout und so einer kurzen Runde."

Diffusor wird WM nicht gewinnen oder verlieren

Webber fand das Update-Gerede über erfolgreich installierte angeblasene Diffusoren oder Fehlschläge im gleichen Bereich ohnehin übertrieben. "Ein angeblasener Diffusor wird die WM nicht gewinnen oder verlieren. Da gehören noch viel mehr Dinge dazu. Der angeblasene Diffusor ist im größeren Zusammenhang Peanuts."