Schon am Start schien es für Martin Tomczyk und Alexandre Prémat aufwärts zu gehen. Das Zandvoort-Siegerduo von 2007 machte jeweils auf Anhieb zwei Plätze gut, um sich auch fortan dank einer guten Strategie nachhaltig nach vorne zu kämpfen. Den Vorwärtsdrang der beiden wurde erst durch Mattias Ekström gestoppt. Gleich zweimal ließ Tomczyk heute Ekström passieren.

Platztausch Nummer zwei war der Auftakt für die Aufholjagd des Schweden bis auf den Silberrang. "Mittlerweile fahre ich seit neun Jahren in der DTM. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Wenn ich hinter mir einen Eki sehe, weiß ich, dass er in diesem Jahr der heißeste Meisterschaftskandidat ist", betonte Tomczyk gegenüber Motorsport-Magazin.com die Freiwilligkeit der Platzwechsel. "Insofern werde ich es ihm nicht unbedingt schwer machen. Es war ein Freundschaftsdienst."

Fehler mit Folgen

Anders als der auch privat mit Ekström befreundete Tomczyk bezeichnete Alexandre Prémat, der später aus anderen Gründen disqualifiziert wurde, den Positionswechsel mit dem Schweden nicht als höfliche Aufmerksamkeit unter Kollegen. Er bestätigte das bereits vielfach gehörte Argument der Reifen mit unterschiedlichen Abnutzungsgraden. "Am Ende konnten Oliver und ich unseren Speed nicht halten. Vielleicht habe ich zuvor zu hart gepusht. Ich hatte Probleme mit der Hinterachse", spielt Prémat auf bereits angegriffene hintere Pneus an.

Dass Ekström allerdings nahezu spielerisch an ihm vorbeizog, begründete Prémat zusätzlich mit einem Fahrfehler: "Wenn man sich die Rundenzeiten anschaut, sieht man, dass ich mich im Bereich 1:35 bis 1:36 bewegt habe. Als Eki näherkam, bin ich in den letzten beiden Kurven fast neben die Strecke geraten. Dadurch habe ich zwei Sekunden verloren, und so konnte er mich auf der Geraden überholen." Parallelen zu Zandvoort 2007, als der Phoenix-Pilot auf der Zielgeraden Martin Tomczyk den Sieg überlassen musste, sieht er nicht.

Auch eine Szene zwischen Prémat und Tomczyk sorgte bei den Beobachtern für Irritation. So ging Tomczyk kurzzeitig an dem Jahreswagenpiloten vorbei, bevor er ihn wieder passieren ließ. Ein von dem Bayern nicht angenommenes Geschenk? Prémat und Tomczyk kommentierten die Szene eher schmallippig. "Wir haben gegeneinander gekämpft", sagte Prémat. Und auch Tomczyks Kommentar verschafft nur bedingt Aufklärung: "Ich bin nicht an Alex vorbeigefahren, weil ich meine Position gehalten habe."