Während Gary Paffett die versammelte Konkurrenz in den Schatten stellte, blieben die übrigen HWA-Piloten blass. Ralf Schumachers Aufholjagd von Rang 18 aus verlief eher schleppend, Paul di Resta rutschte zunächst von Startplatz fünf aus auf Platz neun - und Bruno Spengler musste sich als zweitbester HWA-Pilot mit einem mäßigen siebten Rang begnügen. Trugen etwa auch hieran die heute viel gescholtenen Ingolstädter die Schuld?
Rempelnder Rockenfeller?
"Es tut mir leid für Bruno - ich hatte eine Berührung mit ihm in der ersten Runden. Mein Auto blieb aber sehr gut", hatte Alexandre Prémat bereits gestanden. Dennoch will Spengler im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com seinen heute mäßigen Speed nicht allein auf den französischen Audi-Piloten schieben: "Alexandre Prémat hat mich in Kurve 3 in der ersten Runde hinten berührt, das hat meinen Diffusor etwas beeinträchtigt. Aber schon zuvor war der Grip nicht perfekt." Bereits Norbert Haug hatte auf Setup-Unterschiede in HWA-Reihen verwiesen, die sich nicht für alle Piloten glücklich auswirkten.
"Ich konnte einfach nicht schneller fahren, weil ich sehr viel Übersteuern und sehr wenig Grip hatte. Ich habe bis zum Ende alles gegeben. Ich weiß nicht, woran die Probleme lagen, vielleicht war es aber die Reifentemperatur. Das müssen wir analysieren", führte der Kanadier fort. Derweil führte Paul di Resta sein schlechtes Ergebnis - vor den Disqualifikationen in Audi-Reihen war der Schotte nur auf Rang neun gekommen - auf das Verhalten der Ingolstädter Konkurrenz zurück: "Wir hatten einen sehr guten Start, aber Rockenfeller ist hart nach links gezogen und hat mein Auto beschädigt. Er hat mich gesehen - es gibt keine Entschuldigung für sein Verhalten." Eine Strafe wäre dafür durchaus angebracht gewesen, fügte der Schotte hinzu.
Langsamer Winkelhock

Rockenfeller war nicht der einzige Audi-Fahrer, der den Unmut des Vizechampions auf sich zog: "Mein zweiter Stint war okay, aber als wir aus der Box kamen, liefen wir auf ein paar Audi-Hinterbänkler auf, die es uns nicht leicht gemacht haben. Das hat einige Zeit gekostet. Wir sind einfach nicht auf Touren gekommen." Damit nicht genug: Auch Spengler fielen mit Blick auf die Konkurrenz weitere Kritikpunkte ein.
"Markus Winkelhock war zwei Sekunden vor mir, dann wurde er richtig langsam und fuhr sehr langsam in die Kurven. Ich wurde so lange aufgehalten, bis Timo Scheider aufschließen konnte." Dass Winkelhock, der später wegen einer zu geringen Restbenzinmenge disqualifiziert wurde, Benzin sparen musste, erfuhr man im Hause Mercedes erst hinterher...

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