2009 hatte Martin Tomczyk wieder einmal den Titel in Angriff nehmen wollen. Drei Rennen nach Saisonbeginn ist der Abt-Audi-Pilot der einzige Neuwagenfahrer, auf dessen Punktekonto noch gähnende Leere herrscht. Seit zwölf Rennen wartet Tomczyk auf einen Podestplatz, während der letzte Sieg fast zwei Jahre zurückliegt. Die Bilanz des 27-Jährigen ist ein gefundenes Fressen für seine Kritiker: Zu wenig Konstanz lege Tomczyk an den Tag, und ohnehin habe er sich in all den Jahren im Neuwagen nur 2007 zwischenzeitlich in den Titelkampf einschalten können...

Viele Erklärungen

Die Liste der Gründe für den völlig missglückten Saisonstart ist lang: Renn- und Technikpech nach einer guten Qualifying-Leistung in Hockenheim, der taktische Audi-Fauxpas im Lausitzring-Qualifying, Beschuss durch Friendly Fire und Querelen mit der Rennleitung am Klettwitzer Rennsonntag und - auch das kam vor - eigene Performance-Schwächen Tomczyks auf dem Norisring. Daraus, dass der Nürnberger Stadtkurs nicht zu seinen Paradestrecken zählte, machte Tomczyk nie einen Hehl. Und auch mit Blick auf das vergangene Wochenende behielt der Bayer mit seiner Selbsteinschätzung Recht...

"Heute gab es eigentlich keine technischen Probleme, ich war einfach nicht in der Lage, die Pace mitzugehen. Ich weiß noch nicht genau warum, aber ich hatte ständig Übersteuern, Bremsprobleme und Schwierigkeiten beim Herausbeschleunigen", gestand Tomczyk im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com im Anschluss an das Rennen. "Es hat einfach gar nichts gepasst, mit der Strecke werde ich einfach nicht per Du." Von Startplatz zwölf aus war Tomczyk im Rennen nicht weiter in Erscheinung getreten, um am Ende abgeschlagener Elfter zu werden.

Wenig Titelchancen

Am Hockenheim-Samstag hatte die Saison für Tomczyk durchaus annehmbar begonnen, Foto: DTM
Am Hockenheim-Samstag hatte die Saison für Tomczyk durchaus annehmbar begonnen, Foto: DTM

Tomczyk hadert mit dem Schicksal: "Es ist wie verhext. Ich fahre hier seit 13 Jahren und mein bestes Resultat war ein dritter Platz in der Formel Junior. In der DTM bin ich vor zwei Jahren mal Fünfter geworden." Davon war der Rosenheimer angesichts massiver Handlingprobleme heute weit entfernt: "Alleine im Schöller-S habe ich eigentlich nur versucht, das Auto auf der Strecke zu halten und nicht in der Mauer zu landen. Meine schnellste Rennrunde habe ich mit neuen Reifen gefahren. Das Problem ist, dass man die nur zwei Runden hat, das Rennen dauert aber 80. Mit abbauenden Reifen hat mein Auto einfach nicht gelegen, ich hatte sogar Mühe, mit Katherine mithalten zu können. Das ist schon ein harter Klumpen, den man erst einmal schlucken muss."

Mit nunmehr 17 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze will Tomczyk dennoch nicht alle Hoffnungen aufgeben. Er setzt auf den Erfolg auf jenem Kurs, auf dem er 2007 einen seiner bislang drei DTM-Siege feiern konnte. "Die drei verpatzten Rennen sind schade. Drei Rennen und null Punkte - wenn man eigentlich um die Meisterschaft fahren will, kann man sich den Rest denken. Für mich fängt die Saison nun in Zandvoort neu an."