Die DTM hat ihren Rennkalender für die Saison 2027 präsentiert - größtenteils bleibt alles beim Alten. Acht Rennwochenenden zwischen Ende April und Anfang Oktober, davon sechs in Deutschland, Auftakt am Red Bull Ring, Finale auf dem Hockenheimring. Der ADAC als DTM-Veranstalter setzt zum fünften Mal in Folge auf unveränderte Austragungsorte.

Die einzige Veränderung im Vergleich zum diesjährigen Kalender: Oschersleben und Zandvoort tauschen die Termine, womit das Wochenende in der Magdeburger Börde an die zweite Stelle rückt. Der Lauf in den Niederlanden nimmt stattdessen den fünften Platz im Rennkalender ein. Ebenso erwähnenswert: Zwischen Norisring und Zandvoort sowie Nürburgring und Sachsenring liegen jeweils vier Wochen Pause.

DTM-Rennkalender 2027

TerminEvent
23.04.-25.04.2027Red Bull Ring
07.05.-09.05.2027Oschersleben
18.06.-20.06.2027Lausitzring
02.07.-04.07.2027Norisring
06.08.-08.08.2027Zandvoort
20.08.-22.08.2027Nürburgring
24.09.-26.09.2027Sachsenring
08.10.-10.10.2027Hockenheimring

DTM-Saisonauftakt 2027 wieder am Red Bull Ring

Der Saisonauftakt steigt zum zweiten Mal in Folge auf dem Red Bull Ring. Der Formel-1-Kurs in Österreich ist nach Zolder, Spa, Monza und Portimao die fünfte nicht-deutsche Strecke in der über 40-jährigen Geschichte der DTM, auf der das erste Rennwochenende einer Saison ausgetragen wird. Der Red Bull Ring folgte in diesem Jahr erstmals auf Oschersleben als Auftakt und galt generell als voller Erfolg samt Zuschaueranstieg.

2027 macht die DTM bereits zum zweiten Rennwochenende erstmals Halt in Deutschland und trägt das zweite Event in der Motorsport Arena Oschersleben aus. In der laufenden Saison folgte Zandvoort auf den Red Bull Ring, womit die eigentliche Heimat der deutschen Traditionsserie eine Weile bis zum ersten heimischen Stopp warten musste.

Lamborghini-Sensation in DTM - Fragezeichen über Mick Schumachers Zukunft (13:30 Min.)

ProSieben zeigt alle DTM-Rennen 2027 im Free-TV

Nach dem Lausitzring folgt wie üblich Anfang Juli das Saison-Highlight auf dem Norisring, dem einzigen Stadtkurs im Rennkalender. In der zweiten Saisonhälfte warten mit Zandvoort, Nürburgring, Sachsenring und dem Finale in Hockenheim weitere Traditionsstrecken. Der Fernsehsender ProSieben bleibt an Bord und überträgt alle Rennen im Free-TV. Die Kooperation zwischen der ProSiebenSat.1-Gruppe und der DTM läuft durchgängig seit 2018.

Der ADAC setzt seit der Übernahme der DTM-Markenrechte im Jahr 2023 auf Beständigkeit und bleibt den bekannten Strecken sowie der Anzahl an Rennwochenenden treu. "Die volle Begeisterung auf den Tribünen zeigt: Die DTM ist auf Erfolgskurs und hat eine hohe Anziehungskraft für die Besucher", wird ADAC-Motorsportchef Thomas Voss zitiert. "In den ersten fünf Events in diesem Jahr hatten wir einen Besucherzuwachs von 13 Prozent. Diesen Schwung wollen wir mit in die Saison 2027 nehmen und setzen auf die bewährten und bei den Besuchern beliebten Austragungsorte, variieren aber die Reihenfolge."

Zuschauer-Entwicklung an DTM-Wochenenden (Angaben laut ADAC)

EventZuschauer 2026Zuschauer 2025
Red Bull Ring51.000 42.000
Zandvoort39.500 32.000
Lausitzring58.000 52.000
Norisring118.500 112.000
Oschersleben55.100 47.000
Nürburgringoffen78.000

DTM-Veranstalter ADAC hofft auf größeren Rennkalender

Gleichzeitig ist es seit längerer Zeit ein offenes Geheimnis, dass der ADAC gerne expandieren und den Rennkalender um ein Event im nahegelegenen Ausland erweitern würde. "Wenn du ins Ausland gehst, hast du ganz andere Möglichkeiten", sagte Voss zuletzt gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Das gilt nicht nur für uns als Serienbetreiber, sondern auch für die Teams. Du sprichst internationale Unternehmen an, die ebenfalls als Partner auftreten könnten. Solange du nur in Deutschland bleibst, wirst du diesen Markt rund um uns herum nicht bedienen können."

Dieses Vorhaben kollidiert allerdings mit den Wünschen einiger Teams, die erhöhte Budgets als Gegenargument anbringen. Als grobe Faustregel gilt: Ein GT3-Auto in der DTM kostet im Einsatz pro Rennwochenende rund 200.000 Euro, also 400.000 Euro für ein Team mit zwei Fahrzeugen. Und da in der DTM nur wenige 'Bezahlfahrer' mit eigenen Budgets am Start stehen, sondern stattdessen vorrangig bezahlte Werkspiloten, fehlen den Teams derartige Zusatzeinnahmen wie in vielen anderen GT3-Serien.

ADAC-Motorsportchef Voss: "Will nicht warten, bis eine Stagnation einsetzt"

Der ADAC suchte in den vergangenen Wochen das direkte Gespräch mit den in der DTM engagierten Teams, um deren Präferenzen auszuloten. Nach unseren Informationen sprach sich die Mehrheit der Teamvertreter gegen ein neuntes Rennwochenende in der Saison 2027 aus.

ADAC-Motorsportchef Voss konnte die Bedenken vor den erhöhten Einsatz- und Reisekosten nachvollziehen, sagte uns aber ebenso: "Wir wollen neue Märkte erschließen. Das sind Möglichkeiten, die wir uns für die Zukunft eröffnen müssen - auch für die Teams. Wir sind zwar erfolgreich in Deutschland und haben weiterhin wachsende Zahlen. Ich will aber nicht warten, bis eine Stagnation einsetzt oder die Zahlen möglicherweise wieder zurückgehen. Ich muss vorher versuchen, mich langsam weiterzuentwickeln."

Von seinem Expansionskurs wird der ADAC wohl auch in Zukunft nicht abrücken, es gehe laut Voss aber "um den richtigen Zeitpunkt": "Und ich weiß nicht, ob der gerade der richtige ist. Du liest jeden Tag Hiobsbotschaften aus der Automobilindustrie und der Zulieferindustrie. Das ist auch unser Eindruck aus dem Fahrerlager. Der Motorsport hängt hinten dran - nicht nur die DTM, sondern der gesamte Motorsport. Deshalb gilt auch dort: Einen Kalender zu entwickeln, ist im Augenblick keine emotionale Entscheidung. Das kann man nicht einfach mal machen."

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy: