Beim Audi-Konzern leitet bald ein großer Motorsport-Enthusiast die technische Entwicklung in der Serienproduktion: Rouven Mohr übernimmt zum 01. März 2026 die Funktion des Chief Technical Officer (CTO) und wird Mitglied des Vorstands. Der Saarländer folgt auf den bisherigen Entwicklungschef Geoffrey Bouquot, der den Autobauer aus Ingolstadt nach nur zwei Jahren auf diesem Posten verlassen wird.
Mohr blickt auf 18 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Führungspositionen beim Volkswagen-Konzern zurück. Zuletzt verantwortete er als Entwicklungsvorstand der VW-Tochter Lamborghini die neuen Modelle des italienischen Sportwagenbauers, darunter den Temerario.
Rouven Mohr: Entwicklungs-Vorstand und Motorsport-Enthusiast
Mohr bekleidete sogar ein Doppelamt in Sant'Agata: Neben seinen Aufgaben als Vorstandsmitglied arbeitete er mehrfach interimistisch als Motorsportchef der Rennsportabteilung namens Squadra Corse. Mohr sprang zuletzt erneut in dieser Rolle ein, nachdem der Ex-BMW-Mann Maurizio Leschiutta diesen Posten nach nur einem Jahr wieder abgegeben hatte. Wer neuer Motorsportchef bei den Italienern wird, bleibt noch ein Geheimnis.
Mohr gilt als großer Anhänger des Motorsports und besuchte in den vergangenen Jahren zahlreiche Rennen vor Ort. Zuletzt trafen wir ihn Ende Januar in der Startaufstellung bei den 24 Stunden von Daytona, wo Lambo-Kundenteams ein letztes Mal den Huracan GT3 einsetzten. Das Modell wird nach elf Jahren im Einsatz nun durch den brandneuen Temerario GT3 ersetzt.

Mohr genießt hohes Ansehen bei Rennfahrern
Unter Mohr entstand auch das Langstrecken-Projekt mit dem Lamborghini SC63, das allerdings nach nur zwei Jahren zum Ende der vergangenen Saison eingestampft wurde. Der studierte Ingenieur war auch immer wieder bei Rennwochenenden der DTM vor Ort und begleitete die diversen Lambo-Teams bei ihrer Arbeit. 2024 bescherte Mirko Bortolotti dem Luxusautobauer den ersten Meisterschafts-Sieg in der deutschen Traditionsserie - bei Mohr herrschte riesengroße Freude über den Erfolg.
Mohr genoss bei den Lamborghini-Werksfahrern und Teamverantwortlichen ein hohes Ansehen, weil er als sehr nahbarer Mensch mit Leidenschaft für den Motorsport gilt - trotz seines verantwortungsvollen Vorstands-Jobs. Nicht auszuschließen, dass sich Mohr künftig auch bei der Formel 1 blicken lassen wird, wenn Audi seine erste Saison in der Königsklasse des Motorsports bestreitet - sofern es seine Zeit als Audi-Vorstandsmitglied zulassen sollte.
Bei den Audianern muss sich Mohr derzeit mit der Formel 1 'begnügen' - die Ingolstädter haben dem Prestige-Projekt alles andere im Motorsport untergeordnet und jegliche Werksunterstützung im GT-Sport eingestellt. 2026 wird voraussichtlich kein einziger Audi R8 LMS GT3 Ev02 mehr in der Startaufstellung der DTM stehen. Ein halb fertiger Prototyp für die WEC inklusive der 24 Stunden von Le Mans verstaubt ebenfalls in irgendeiner Halle...

Rouven Mohr: Fast 20 Jahre Erfahrung im VW-Konzern
Auf Mohr wartet jetzt erst einmal eine Menge Arbeit, um die Audi-Flotte für die Zukunft aufzustellen - bekanntermaßen keine einfache Aufgabe. "Rouven Mohr vereint technische Exzellenz mit Produktorientierung und nachgewiesener Umsetzungsstärke. Er wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unsere Innovationsagenda weiter zu beschleunigen", wird Audi-CEO Gernot Döllner in einer Pressemitteilung zitiert.
Mohr kam nach einem Ingenieursstudium an der Technischen Universität Kaiserslautern und seiner Promotion in Numerischer Mechanik 2008 zu Audi. Zunächst arbeitete er in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung als Prüfingenieur für Fahrwerksfestigkeit und übernahm 2014 als Leiter des Projektmanagements Gesamtfahrzeug die Verantwortung für die Audi-Modelle A3, TT, Q7 und Q8.
2017 wechselte Mohr schon einmal zu Lamborghini, wo er zwei Jahre lang als Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung die Modelle Aventador, Huracan und Urus verantwortete, bevor er als Leiter der Abteilung Energie- und Gewichtsmanagement zu Audi zurückkehrte und 2020 die Verifizierung/Validierung Gesamtfahrzeug übernahm. Zuletzt war Mohr als CTO der Italiener tätig, jetzt kehrt er ein weiteres Mal in seine Heimat zurück.
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