Rene Rast (Schubert-BMW) flog am Sonntag auf dem Nürburgring förmlich zu seinem zweiten Saisonsieg und dem 30. in der DTM. Der dreifache Champion überquerte die Ziellinie mit respektablen 7,7 Sekunden Vorsprung vor seinem Schubert-Teamkollegen Marco Wittmann. Es war bereits der zweite Doppelsieg für den Rennstall aus Oschersleben nach Zandvoort.
Wenn der BMW M4 GT3 Evo geht - dann auch richtig! Rast hatte das Rennen vom sechsten Startplatz aufgenommen und brauchte nur sechs Runden, um Pole-Setter Ben Dörr (Dörr-McLaren) die Führung abzuknöpfen. Ein Spaziergang für den 38-Jährigen in der Eifel, könnte man meinen. Doch es gab einen Schreckmoment, der Rast den Weg zum Sieg unter Umständen erheblich hätte erschweren können.
Rast da - Team noch nicht: Schubert-Patzer bei Nürburgring-Sieg
Runde 31, Rast bog in Führung liegend als letzter aller 24 Fahrer zu seinem ersten Pflicht-Reifenwechsel in die Boxengasse ab. Nur: An seinem Boxenplatz fehlte noch die halbe Crew, wie Rast auf dem Weg dorthin erkennen konnte. "Es war ziemlich ungewöhnlich, dort anzukommen und nur den Lollipop-Mann zu sehen, aber keine Reifen", wunderte sich Rast nach seiner Nürburgring-Gala. "Dadurch haben wir ein bisschen Zeit verloren."
Die Schubert-Mannschaft benötigte 9,4 Sekunden, um alle vier Reifen an Rasts BMW zu wechseln. Ein schwacher Stopp. Zum Vergleich: Der schnellste Boxenstopp des Rennens gelang der Winward-Mercedes-Crew von Maro Engel in nur 6,1 Sekunden. Beim grünen BMW von Rasts Teamkollege Marco Wittmann dauerten die Reifenwechsel 6,4 und 7,1 Sekunden - die Schubert-Truppe war hier also zügig am Werke.
Die etwa 3 verlorenen Sekunden hätten Rast einiges kosten können, wäre er nicht mit lockeren 8 Sekunden Vorsprung auf Verfolger Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) in die Box abgebogen. Trotz des langsamen Stopps hatte Rast ausreichend Zeit, um seine ungeheizten Reifen ins optimale Temperaturfenster zu bringen und die Führung bis zum zweiten und letzten Pflicht-Boxenstopp zu verwalten. Diesmal war die Schubert-Crew auf Zack: Den Wechsel der Pirelli-Slicks erledigten die Männer in 6,4 Sekunden.

Woran hat et jelegen? Teamchef Schubert klärt auf
Schubert Motorsport zählt zweifelsfrei zu den professionellsten Teams in der Startaufstellung der DTM und leistet sich nur selten Fehler. Was ging bei Rasts erstem Stopp schief? Teamchef Torsten Schubert zu Motorsport-Magazin.com: "Rene wurde zwar von seinem Ingenieur richtigerweise mitgeteilt, dass er zur Box kommen soll, aber durch einen internen Kommunikationsfehler war seine Mannschaft noch nicht bereit. Ich musste die Jungs gleich beruhigen und habe ihnen gesagt, dass der Vorsprung von Rene dreimal reicht, um das Rennen trotzdem zu gewinnen."
Der Boxenstopp-Patzer hinderte Rast nicht daran, dem Rest des Feldes locker zu enteilen. Dass vom sechsten Startplatz einiges drin sein würde, hatte er schon vor dem Rennstart gefühlt: "Ich habe schon in der Einführungsrunde gemerkt: Das Auto ist brutal! Es hat auf dem Asphalt geklebt. Bei diesen Bedingungen hat das Auto einfach funktioniert. Ich hatte so viel Grip wie nie zuvor auf dieser Strecke, habe in den ersten Runden fünf Autos überholt und bin dann noch weggezogen. Das war selbst für mich überraschend."
Nach dem Rennwochenende auf dem Nürburgring: Das Ergebnis und die aktuelle DTM-Tabelle auf einen Blick:

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