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DTM-Meister Götz zu Formel-1-Finale: Ein bisschen Gerechtigkeit

In der DTM landete Mercedes-Pilot Maxi Götz vor dem Red-Bull-Ferrari, in der Formel 1 ging es andersherum aus. So erlebte der Meister den Abu-Dhabi-Krimi.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Was der Norisring für die DTM, war Abu Dhabi für die Formel 1: Ort für ein denkwürdiges Saisonfinale voller Kontroversen und Nachwehen. DTM-Champion Maximilian Götz war vor Ort, als Max Verstappen im Flutlicht des Yas Marina Circuit in der letzten Runde seinem Mercedes-Widersacher Lewis Hamilton den WM-Titel wegschnappte.

Erinnerungen an das 'eigene' Finale vor gut einem Monat müssen bei Götz hochgekommen sein, schließlich waren auch in der DTM die Marken Mercedes - hier in Form seines AMG-Kundenteams HRT - und Red Bull als Sponsor von Ferrari-Kundenteam AF Corse mit Titelanwärter Liam Lawson involviert. Und immerhin wurde das Norisring-Finale in der DTM-Welt kaum weniger diskutiert als der Abu-Dhabi-Showdown unter F1-Fans.

Götz unternahm während seines Urlaubs einen Abstecher zum Formel-1-Finale und war in der Mercedes-Box wie in der Hospitality hautnah dabei, als sich das Drama entfaltete. Das Fazit des 35-Jährigen bei ran: "Am Ende sieht man, dass man nicht aufgeben darf. Man muss bis zur letzten Kurve kämpfen, so wie ich es auch in der DTM gemacht habe. Am Ende ist da immer ein Gewinner und der hat es auch verdient, zu gewinnen. In der DTM waren wir es, in der Formel 1 ist es jetzt Red Bull. Von daher vielleicht Gerechtigkeit ein bisschen. Schade für Lewis, Glückwunsch an Max."

Götz: So will keiner Weltmeister werden

Die Vorgehensweise der Rennleitung rund um die Safety-Car-Phase und ihre bekannten Folgen sei laut Götz "vielleicht nicht ganz optimal" gewesen: "Es wurde meines Erachtens ein bisschen aus dem Bauch heraus entschieden, nicht alle Autos vorbeizulassen, sodass Max aufschließen kann und dann das Rennen früher freizugeben, ohne dass das Feld hinten aufgeschlossen hat."

Im Anschluss von Mercedes eingelegte Proteste gegen die Abläufe schmetterte die Rennleitung ab, wobei sich der Autobauer vorbehielt, in Berufung zu gehen. Götz, der das Rennen in der Mercedes-Hospitality unter anderem zusammen mit dem achtfachen Olympia-Sieger Usain Bolt verfolgte: "Für die Formel 1 war es vielleicht nicht ganz so glücklich am Ende, weil ich glaube, so will keiner Weltmeister werden. Aber man hat gesehen, dass auch ein Perez mitgeholfen hat, den Titel einzufahren, obwohl das Safety Car natürlich alles neutralisiert hat."

Wittmann: Zu Recht Kritik an der Rennleitung

Neben Götz verfolgte mit Marco Wittmann mindestens ein anderer DTM-Champion das Formel-1-Finale in Abu Dhabi, wenn auch nicht direkt vor Ort. Der BMW-Werksfahrer sprach in einem auf der Instagram-Seite von ran racing veröffentlichten Video von einem epischen und spannenden Rennen und einem Finale, dass man sich besser nicht hätte wünschen können. Sowohl Verstappen als auch Hamilton hätten den Titel laut Wittmann verdient gehabt.

Wittmann, der 2014 und 2016 mit BMW den DTM-Titel eroberte, zur viel diskutierten Entscheidung der Rennleitung: "Die ist in meinen Augen etwas ungünstig gefallen. Ich glaube, man hätte beiden Fahrern die Möglichkeit geben müssen, einen Boxenstopp machen zu können. Lewis war schon vorbei, als das Safety Car ausgerufen wurde, Max konnte auf Softs gehen. Ein sehr ungünstiger Moment und deshalb zu Recht Kritik an der Rennleitung und den Stewards. Nichtsdestotrotz war es die beste F1-Saison, die wir jemals erlebt haben."


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