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DTM 2022 mit Red-Bull-Ferrari? Marko kündigt Entscheidung an

Kehren Ferrari und Red Bull 2022 in die DTM zurück? Dr. Helmut Marko kündigt eine baldige Entscheidung an und gibt Hinweise auf mögliche Fahrer-Kandidaten.
von Christian Menath & Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Das Starterfeld für die DTM-Saison 2022 konkretisiert sich immer weiter - und spart nicht an Attraktivität. Der jüngst erfolgte Einstieg des zuletzt im ADAC GT Masters erfolgreichen Porsche-Kundenteams SSR Performance mit zwei 911ern darf als Coup bezeichnet werden. Und auch das Engagement des österreichischen Rennstalls Grasser Racing Team (GRT) mit gleich vier Lamborghini Huracan dürfte das Wettbewerbsniveau noch einmal deutlich ansteigen lassen.

Dazu Mercedes-AMG mit wieder zahlreichen Fahrzeugen und Teams, Audi Sport sowie voraussichtlich BMW mit dem brandneuen BMW M4 GT3 - bleibt eigentlich nur die Königsfrage offen: Kehrt AF Corse mit dem Ferrari 488 GT3 und Sponsor Red Bull in die DTM zurück? Wie Motorsport-Magazin.com berichtet hatte, war das Projekt zunächst auf ein Jahr angelegt.

Noch sei keine finale Entscheidung gefallen, sagte Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko am Rande des Formel-1-Rennens in Saudi-Arabien zu Motorsport-Magazin.com. Medienberichte, wonach die Kombination aus Red Bull, AF Corse und Ferrari auf jeden Fall in der DTM weitermachen werde, wies der Österreicher zurück.

Marko zum aktuellen Stand: "Das werden wir demnächst entscheiden." Sollte sich die erfolgreiche GT3-Phalanx 2022 trotz der Kontroversen rund um das denkwürdige Saisonfinale auf dem Norisring zu einer Fortsetzung entschließen, stehen bei Red Bull bereits einige Parameter fest. "Wenn wir weitermachen, wird es fahrermäßig wieder so sein, dass wir Junioren einsetzen. Und wenn, dann mit Ferrari. Das hat sich sehr gut bewährt", ließ Marko durchblicken.

DTM 2022 ohne Albon und Lawson

In Ferraris DTM-Debütsaison vertraute AF Corse auf die Red-Bull-Piloten Liam Lawson und Alex Albon, der wegen einer terminlichen Überschneidung mit seinen Formel-1-Aufgaben auf dem Nürnberger Stadtkurs erstmals durch den Neuseeländer Nick Cassidy ersetzt wurde. In der Fahrer-Meisterschaft musste sich Lawson nach dem Crash mit Kelvin van der Linde mit der Vize-Meisterschaft begnügen, während AF Corse auf Anhieb den Team-Titel eroberte.

Marko machte schon im Oktober kein Geheimnis daraus, dass er mit der Vorgehensweise von van der Linde sowie der meisterschaftsbringenden Stallregie von Mercedes-AMG alles andere als einverstanden war. Gleichzeitig hoffte der 78-Jährige mit Blick auf die Zukunft damals, "dass sich die Gemüter in der DTM schnell wieder beruhigen" und kündigte eine eingehende Analyse zur Saison an.

Sicher ist aktuell nur, dass weder Lawson noch Albon 2022 in die DTM zurückkehren. Der Neuseeländer testet nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi am kommenden Wochenende einen Alpha Tauri im Rahmen des Rookie-Tests, soll sich kommendes Jahr voll auf die Formel 2 konzentrieren und ans F1-Team herangeführt werden. Albon kehrt bekanntermaßen 2022 mit Williams als Stammfahrer zurück in die Königsklasse des Formelsports.

DTM: Wie es Liam Lawson nach dem Norisring-Finale ging: (25:25 Min.)

Viele Red-Bull-Junioren mit DTM-Potenzial

Ersatz steht bei den von Marko angesprochenen Red-Bull-Junioren ausreichend parat, die meisten Einsatzprogramme sind offiziell noch nicht kommuniziert worden. Aktuelle Formel-Talente und mögliche DTM-Piloten für AF-Corse-Ferrari wären unter anderem Jack Doohan, Dennis Hauger, Jüri Vips, Jonny Edgar, Jehan Daruvala oder auch Jack Crawford, die allesamt in der FIA Formel 2 respektive FIA Formel 3 antreten. Keiner der Red-Bull-Junioren blickt dabei auf Erfahrung im GT3-Rennwagen zurück.

Sicherlich würden sich nicht nur Fans über eine noch größere Markenvielfalt mit Ferrari freuen, sondern auch DTM-Boss Gerhard Berger. Der Österreicher pflegt seit Jahrzehnten ein enges Verhältnis zu Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und konnte vor der Saison auch Marko überzeugen, als Marke in die deutsche Traditionsserie zurückzukehren. Berger hatte den Einstieg von Red Bull und Ferrari damals im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com als "wichtigen Schritt" und "Startschuss" nach der Übernahme der ITR-Plattform bezeichnet.


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