Start-Unfall mit weitreichenden Folgen: Nach dem Samstagsrennen der DTM in Zolder ist für Arjun Maini unverschuldet vorzeitig Feierabend. Sein Mercedes-Team GetSpeed hat den AMG mit der Startnummer #36 vom Rennwochenende abgemeldet. Damit verpasst der erste Inder in der Geschichte der DTM das folgende Rennen am Sonntag.

Das Team habe am Fahrzeug "mögliche Beschädigungen am Chassis" festgestellt, die unter dem Aspekt der Sicherheit vor Ort nicht bis zum nächsten Tag zu beheben seien. "Die Schäden am Fahrzeug sind zu groß, so dass das Rennwochenende für uns leider vorzeitig beendet ist", wird GetSpeed-Teamchef Adam Osieka in einer Pressemitteilung des Teams zitiert.

Für den Totalausfall war ausgerechnet ein Mercedes-Markenkollege verantwortlich: Daniel Juncadella hatte den Mehrfach-Crash nach dem Start auf dem Weg in die erste Schikane ausgelöst. Der langjährige DTM-Pilot in Diensten von GruppeM Racing rauschte Maini ins Heck, der dadurch nicht nur Vordermann Nico Müller (Rosberg-Audi), sondern auch noch Titelaspirant Liam Lawson (AF Corse Ferrari) unverschuldet traf und ins Kiesbett beförderte.

Für Juncadella, Lawson und Maini war das Rennen auf dem belgischen Traditionskurs nach nur wenigen Kurven beendet. Der Spanier als Unfallverursacher wurde von der Rennleitung mit einer 10-Platz-Strafe für das Sonntagsrennen belegt. "Zu Rennbeginn war ich ein Pingpong-Ball und mein Auto wurde ziemlich stark beschädigt", sagte DTM-Vizemeister Müller, der trotzdem als Zehnter zumindest ein Pünktchen mitnehmen konnte.

DTM Zolder: Start-Unfall bei Sieg von Kelvin van der Linde (03:25 Min.)

Juncadella an der Hand verletzt

Für Juncadella gab es neben der Strafe auch noch physische Schmerzen. Am Abend traf ihn Motorsport-Magazin.com mit einem Verband und Eisbeutel an der Hand im Fahrerlager. Beim Crash verletzte sich Juncadella an der Hand, weil er sie nicht schnell genug vom Lenkrad hatte wegnehmen können. "Ist geschwollen, morgen geht's bestimmt wieder gut."

Der Unfall nahm Juncadella sichtlich mit. "Das war ganz klar meine Schuld", sagte er ohne Umschweife. "Ich konnte nichts machen, aber am Ende habe ich zwei Autos aus dem Rennen genommen und akzeptiere eine Strafe dafür." Sein Mercedes habe in der Situation nicht wie erwartet verzögert und eine Kollision mit Maini sich trotz Versuchen nicht verhindern lassen.

Daniel Juncadella nach dem Start-Crash in Zolder, Foto: DTM
Daniel Juncadella nach dem Start-Crash in Zolder, Foto: DTM

Lawson: Das war nicht sehr clever...

Besonders ärgerlich war der Ausfall für Lawson, der nach zuletzt zwei Podestplätzen in Folge einen Rückschlag im Titelkampf erlebte. Trotz der Nullrunde belegt der Neuseeländer mit 65 Punkten den zweiten Platz hinter Rennsieger und Spitzreiter Kelvin van der Linde, der bislang beeindruckende 97 Zähler gesammelt hat.

"Kein guter Tag, vor allem wegen der Punkte", sagte Lawson auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Der Vorfall war eine ziemlich klare Angelegenheit. Wenn man hinten fährt, wollen manche Fahrer schon in der ersten Runde alles klarmachen, was offensichtlich nicht clever ist. Wenn wir am Sonntag das Qualifying besser hinbekommen, dann sind wir nicht in der Nähe dieser Fahrer und können auf einen besseren Start hoffen."